
Liebe Leserin, lieber Leser,
was macht Ihnen mehr Spaß: Eine Stunde lang über einem Vokabelheft brüten – oder eine Stunde lang einen schönen Film sehen? Das ist natürlich unfair gefragt, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass es zum sturen Auswendiglernen beispielsweise von Vokabeln sehr effektive und unterhaltsame Alternativen gibt. Lesen Sie hier mehr dazu!
Ihre
Susanne Roth
Selbstmanagement-Letter
Tipp 1: Mit Medien arbeiten
Tipp 2: Ein Diktiergerät nutzen
Statt Vokabeln in ein Vokabelheft zu schreiben, sprechen Sie sie ins Diktiergerät, und zwar in dieser Reihenfolge: Wort in der Fremdsprache – Pause – Wort in der Muttersprache. Beim Abhören nutzen Sie die Pause, um die richtige Bedeutung des Wortes laut zu sprechen (beim Abhören in der U-Bahn: zu flüstern).
Tipp 3: Laut inszenieren
Lesen Sie fremdsprachige Texte nicht leise, sondern laut! Besorgen Sie sich dafür Lehrbücher mit passenden Kassetten oder CDs. Ahmen Sie die Sprecher nach, kopieren Sie deren Tonfall und Betonung, gehen Sie beim Sprechen auf und ab, gestikulieren Sie – das alles ruhig ein bisschen übertrieben, wie in einer schlechten Komödie.
Dieser Tipp gilt übrigens generell fürs Lernen. Lautes Lesen, Selbstgespräche oder auch das altmodische „Heruntersagen“ von Gelerntem haben klare Vorteile: Weil das Gehirn laut wiederholte Inhalte zusätzlich über den „Audiokanal“ empfängt, verbessert sich der Erinnerungswert deutlich. Und Sie haben eine unbestechliche Kontrolle darüber, was haften geblieben ist.
Tipp 4: Mit Lernzetteln einfach nebenbei lernen
Kleben Sie auf Gegenstände in Ihrer Wohnung Post-its mit den entsprechenden Vokabeln: el espejo, la mesa, el ordenador ... Immer wenn Ihr Blick dann auf den Spiegel, den Tisch oder den Computer fällt, sprechen Sie das Wort laut aus.
Außerdem können Sie Lernstoffe wie unregelmäßige Verben oder
Grammatikeinheiten auf ein größeres Post-it notieren und das an den
Badezimmerspiegel kleben. Wenn dann beim Zähneputzen Ihr Blick darauf
fällt, nehmen Sie das Wissen nebenbei auf.
Entwickeln Sie solche Lernzettel auch für andere Situationen, in denen
Sie etwas Zeit haben, beispielsweise für Bahnfahrten oder
Sitzungspausen, und tragen Sie sie in Ihrem Zeitplanbuch oder
Portemonnaie mit sich.
Tipp 5: Eselsbrücken bauen
Eselsbrücken haben völlig zu Unrecht einen schlechten Ruf: Mit ein wenig Kreativität und Phantasie lassen sich alle Informationen besser abspeichern!
Bei Vokabeln gehen Sie so vor: Sprechen Sie die fremdsprachige Vokabel deutsch aus, und stellen Sie
dann eine (möglichst verrückte) Gedankenverbindung her. Beispiel
„Montag“, französisch lundi, Eselsbrücke „Lunte“: Als ich am Montag
aufstand, habe ich gleich Lunte gerochen. Stellen Sie sich die
Situation konkret vor – Ihr Bett, das Aufstehen, das Misstrauen ...
Tipp 6: Direkt vor dem Einschlafen lernen
Besonders profitieren Sie von dem, was Sie direkt vor dem Einschlafen
lesen oder hören (so ist auch Großmutters Rat vom „Buch unter dem
Kopfkissen“ zu verstehen). Die kurz zuvor geübten Lerninhalte werden im
Gehirn zwischengelagert und im nachfolgenden Schlaf erneut aktiviert,
wobei die geträumten Übungen genauso stark sind wie der reale
Informations-Input beim Lernen.
Das gilt übrigens auch für Bewegungen, also beispielsweise motorische
Fähigkeiten, die für das Spiel eines Instruments benötigt werden. Bei
einer Studie übten Probanden bestimmte Tastenkombinationen ein – mit
Blick auf Schnelligkeit und Präzision. Diejenigen, die abends vor dem
Zu-Bett-Gehen übten, waren zwölf Stunden später im Durchschnitt um 20 %
besser als die anderen.
Tipp 7: Bildwörterbuch benutzen
Bildwörterbücher eignen sich besonders gut, um eine neue Sprache zu
erlernen, weil hier auch der visuelle Sinn angesprochen wird. Es gibt
sie in vielen Sprachen zu kaufen. Notfalls besorgen Sie sich ein
deutsches Bildwörterbuch und schreiben zu den deutschen Wörtern jeweils
die Übersetzung.