Ausgabe vom Montag, 17. Mai 2010



Bitte nicht mit dem Holzhammer aufklären

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Englischen gibt es die Redewendung. "Don't kill the messenger" - Töte nicht den Boten (einer schlechten Nachricht). Zwar lässt man heute die Überbringer schlechter Botschaften am Leben, doch das macht die Aufgabe nicht beliebter.

Die Boten drücken sich gerne, so wie z. B. Ärzte in einem Krankenhaus in Klagenfurt. Die setzten ahnungslose Patienten in einen Raum und zeigten ihnen einen Film über Tumore. Danach erklärten die Mediziner: "So etwas haben Sie auch!'"

Wie geht es Ihnen, wenn Sie eine schlechte Botschaft überbringen müssen? Sicher kennen Sie die Zwickmühle, in der auch die Klagenfurter Ärzte steckten: Sie müssen dem Betroffenen die Wahrheit sagen und zugleich verhindern, dass sich dessen Zustand durch die Auskunft verschlechtert oder er suizidgefährdet ist.

In diesem Chefletter finden Sie 2 Tipps, die Ihnen diese schwierige Aufgabe erleichtern werden.

Ihr
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink



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Liefern Sie auch eine gute Nachricht

Eine schlechte Nachricht fällt nicht so verheerend aus, wenn Sie gleich im Anschluss eine gute Nachricht liefern. Die gute Nachricht wirkt dann wie ein Trost. Außerdem machen Sie die Sache spannend, wenn Sie ankündigen, beides zu haben: eine schlechte und eine gute Nachricht.

1. Variante: Sie beginnen mit der guten Nachricht: „Meine Damen und Herren, die gute Nachricht ist: Wir wissen exakt, wo wir mit dem Projekt ,SyncroBau‘ stehen. Die schlechte Nachricht ist: Wir stehen nicht da, wo wir eigentlich stehen wollten.”

2. Variante: Sie beginnen mit der schlechten Nachricht „Die schlechte Nachricht ist: Wir liegen zurück. Die gute Nachricht ist: Wir können alles noch aufholen. Wenn wir die einzelnen Phasen des Projekts wie geschildert umstrukturieren, lässt es sich problemlos termingerecht zu Ende bringen.”



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Wissen ist Macht, Nicht-Wissen ist Ohnmacht.

Das gilt auch und gerade für Chefs und für
die Krisenzeiten, in denen wir uns befinden. Gut zu wissen, dass es etwas gibt, was Ihnen das Chefsein vereinfacht und die relevanten Informationen direkt auf den Schreibtisch liefert: simplify your business, der Führungs-Vereinfacher.



Kommen Sie zügig zur Sache

Spannen Sie Ihren Gesprächspartner nicht unnötig auf die Folter, denn die quälende Ungewissheit und Sorge sind für viele Menschen mindestens genauso schlimm, wenn nicht
gar schlimmer als die (schreckliche) Wahrheit selbst. Was sonst als höflich gilt, nämlich vorher noch ein paar unverbindliche nette Worte zu wechseln, ist beim Überbringen schlechter Nachrichten eher kontraproduktiv.

So wirkt eine belanglose Unterhaltung im Nachhinein unehrlich und aufgesetzt. müssen Sie nicht gefühlskalt wirken. Schicken Sie einfach einen kurzen einleitenden Satz voran, in dem Ihre Anteilnahme und Ihr Mitgefühl zum Ausdruck kommen.

  • „Herr Meier, leider habe ich keine guten Nachrichten für Sie …“
  • „Maria, ich fürchte, was ich dir jetzt sagen muss, wird dir vielleicht wehtun.“
  • „Herr Peters, es gibt ein ernstes Thema zu besprechen.“
  • „Frau Sauer, es tut mir sehr leid …“



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