
Ausgabe vom Mittwoch, 26. Mai 2010
Warum Motivation von der Stange nicht funktioniert
Liebe Leserin, lieber Leser,kennen Sie Claus-Dieter Rückel? Er leitet das Jobcenter in Nürnberg und bringt so viele eigentlich unmotivierten Jugendlichen wie kein anderer Arbeitsvermittler auf dem regulären Arbeitsmarkt unter. Jetzt hat er sein Erfolgsgeheimnis bei diesen scheinbar hoffungslosen Fällen verraten, mit dem es auch Ihnen als Chef gelingt, lustlose Mitarbeiter zu motivieren. Von den gängigen Angeboten von der Stange hält er nichts und sagt: "Die Jugendlichen sind eigentlich schon überschwemmt mit Angeboten: Berufsberatung, Berufsvorbereitung,
Grundausbildungsjahr, Orientierungsjahr. Auf gut Deutsch: Die haben die
Schnauze voll. Es ist also nicht ein Angebot entscheidend, sondern das Angebot.
Es muss passgenau sein und dem Jugendlichen wirklich was bringen – das
ist die Kunst." Wie Sie diese Kunst für Ihre Mitarbeiter nutzen, erfahren Sie in meinem heutigen Chefletter.
Ihr
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink
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A-Mitarbeiter für A-Kunden und C-Mitarbeiter für C-Kunden
 Rückels Jugendliche sind motiviert, weil es ihm gelingt, ihnen ein Angebot zu machen, das zu ihnen passt. Das funktioniert auch bei Ihnen. Geben Sie schwach motivierten Mitarbeitern keine Aufgaben für die sie starkt motiviert sein sollten. Unter Umständen ist es ratsam, dafür Aufgaben in der Firma neu zu verteilen. So ist es z. B. nicht wirtschaftlich, wenn Kunden mit hohem Umsatzpotenzial von denselben Mitarbeitern besucht werden, die auch Märkte von geringerer Bedeutung und meist gleich bleibendem Auftragsvolumen bereisen. Es wäre besser, wenn hoch motivierte Mitarbeiter gezielt auf solche Kunden angesetzt werden, die hohe Erträge versprechen und Mitarbeiter mit geringerem Leistungsvermögen Kunden mit geringeren Potenzialen betreuen.
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Unterscheiden Sie zwischen nicht wollen und nicht können
 Der C-Mitarbeiter ist (noch) eine Belastung für das Unternehmen: Er hält andere von der Arbeit ab. Sie müssen ihn kontrollieren und antreiben und werden von anderen Aufgaben abgehalten. Trotzdem ist ein C-Mitarbeiter kein schlechter Mensch. Behandeln Sie ihn fair und mit Würde. Prüfen Sie dabei genau, ob der Mitarbeiter keine besseren Ergebnisse bringen kann oder ob er das nicht will. Wenn ein Mitarbeiter schlechte Resultate bringt, vereinbaren Sie klare Spielregeln, und fördern Sie den Mitarbeiter nach Kräften. Trennen Sie sich erst von ihm, wenn das nichts hilft. Das gilt auch, wenn Sie ihm eine Weiterbildung anbieten und er dazu „nein“ sagt, oder wenn Sie ihm eine andere Stelle anbieten, an der er möglicherweise zu besseren Ergebnissen kommen könnte, und er wiederum „nein“ sagt. Dann bleibt Ihnen doch kein anderer Weg, als sich von ihm zu trennen.
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