Ausgabe vom Montag, 21. Juni 2010



15 Minuten für die Fußball-WM

Liebe Leserin, lieber Leser,

bis zu 15 Minuten Arbeitszeit will der Durchschnittsdeutsche während der WM täglich opfern, um sich dem Fußball zu widmen. Den Ausfall nacharbeiten will jedoch nur jeder Vierte. Insgesamt könnten dadurch in den kommenden Wochen 0,27% des BIP verloren gehen.

Im Vergleich zu 2006 wären die Auswirkungen in diesem Jahr damit jedoch deutlich geringer. Das sind die Ergebnisse der WM-Studie des Lehrstuhls für Marketing der Universität Hohenheim. Was das konkret für Sie bedeutet, lesen Sie in meinem heutigen Chefletter.

Ihr
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink



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Schalten Sie das Radio ein

Erstaunt hat die Marktforscher, dass Arbeitnehmer ihre Chefs viel strenger einschätzen, was die drohende WM-Ablenkung angeht. "Grundsätzlich gehen Arbeitnehmer davon aus, dass ihr Arbeitgeber es nicht gut findet, wenn sie sich während der Arbeitszeit mit der WM beschäftigen", meint Co-Leiterin Sabine Schwarz. Zum Beispiel befürchten rund 20% der Befragten laut Studie, dass ihr Chef Büro-Tippgemeinschaften sanktionieren würde.

Seien Sie tolerant. Wenn sich Ihre Mitarbeiter wenige Minuten am Tag den Spielen widmen ist das o.k. Das sehen übrigens andere Chefs ebenso. Deutschlands Chefs sind viel toleranter als gedacht - wenn es um das Thema WM geht - brachte die Studie in Erfahrung. "Nur 7,1% der befragten Chefs würden es in Erwägung ziehen, Büro-Tippgemeinschaften abzustrafen", sagt Sabine Schwarz.

Generell scheinen Deutschlands tolerante Arbeitgeber kein Problem mit den meisten WM-Aktivitäten ihrer Mitarbeiter zu haben. 60 bis 70 Prozent der Chefs finden es in Ordnung, wenn die Arbeitszeit in kleinen Teilen dazu genutzt wird, WM-Ergebnisse im Internet abzurufen, oder wenn zur WM das Radio eingeschaltet wird. Nur TV-Übertragungen sind für 70 % der deutschen Chefs ein rotes Tuch.



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Erwarten Sie nicht zu viel

WM-tolerante Chefs, schön und gut: die Motivation der Arbeitnehmer wird die Kulanz der Vorgesetzten trotzdem nicht steigern können. "Nicht einmal 10% der Deutschen gaben an, dass sie während der WM eine höhere Arbeitsmotivation verspüren", sagt Sabine Schwarz. Die restlichen 90% sind sich einig, dass sich ihre Motivation während der WM trotz Toleranz nicht verbessern wird. In Deutschlands Unternehmen werde sich also die Stimmung während der WM 2010 nicht merklich verbessern, schätzt Prof. Dr. Voeth, der Initiator der Studie.


Bleiben Sie also auf dem Boden mit Erwartungen an die Mitarbeitermotivation. Das Fußballfest sorgt nur in der Kneipe, beim öffentlichen Sehen und zu Hause für ausgelassene Stimmung.



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