
Ausgabe vom Donnerstag, 8. Juli 2010
Bittere Worte am Ende einer Karriere müssen nicht sein
Liebe Leserin, lieber Leser,
vergangene Woche ging es durch die Presse: Walter Momper und
Larry King hören nach über 30 Jahren bzw. 25 Jahren auf. Momper erwartet
nach seiner bewegten Politikkarriere keine Herausforderungen mehr. „Vieles
wiederholt sich, und Politik bedeutet ja auch Mühsal, viele Enttäuschungen und
Niederlagen“, sagt der Politologe und Historiker. Beim bekanntesten
US-Talker sind die Quoten hingegen auf einen historischen Tiefstand gefallen. Beide
hören aufgrund von Kränkungen und Enttäuschungen auf und weil sie es sich
leisten können. Momper ist 65, King sogar 76 Jahre alt.
Doch wie können Sie mit Kränkungen umgehen, wenn Sie nicht wie Momper
und King aufhören können? Dazu erfahren Sie mehr in meinem heutigen Chefletter.
Ihr
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink
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Erfahren Sie, warum Kränkungen uns so verletzen
 Allen Kränkungsreaktionen liegt eine Verletzung des Selbstwertgefühls
zu Grunde. Mit Selbstwert ist die Bewertung gemeint, die jemand von sich
selbst, seinem Charakter und seinen Fähigkeiten hat. Der Arbeitsalltag und der
berufliche Erfolg spielen für diese Bewertung eine große Rolle, weil viele Chefs
ihr Selbstwertgefühl in erster Linie aus dem Beruf ziehen. Für sie resultiert
der Selbstwert aus dem Vergleich zwischen
● den
subjektiven Fähigkeiten und Eigenschaften und
● den
Anforderungen beziehungsweise Reaktionen, mit denen sie sich konfrontiert
sehen.
Glauben wir nun zu Recht oder Unrecht, den eigenen oder
fremden Ansprüchen nicht gerecht zu werden, fühlen wir uns verunsichert und
zweifeln an unserer Person oder Leistung.
Fazit: Da das Kränkungsgefühl mehr mit unserer Selbsteinschätzung
zusammenhängt als mit der Kränkungshandlung selbst, ist niemand gegen
Kränkungen gefeit.
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Sie haben keine Zeit?

So wappnen Sie sich gegen Kränkungen
 Helfen Sie Ihrem Selbstbewusstsein auf die Sprünge. Ein gesundes Selbstwertgefühl entsteht aus der Erkenntnis, etwas wert zu sein. Der
Selbstwert, den Chefs aus ihrem Job ziehen, basiert auf 2 Säulen:
1. Auf dem Erfolg der erbrachten Leistungen. Um diesen Erfolg
auch „fühlen“ zu können, bedarf es Ihrer eigenen Anerkennung, statt Ihrer Selbstkritik.
2. Auf der grundsätzlichen Bedeutung, die Sie in der Firma
haben. Und diese Bedeutung ist in den meisten Fällen höher als Einschaltquoten
und die Durchsetzung von politischen Zielen. Machen Sie sich klar, wie
wichtig Sie für das Unternehmen sind und welchen
Beitrag Sie zum gemeinsamen Erfolg beisteuern. Dann können Sie die Kränkung schon viel lockerer nehmen.
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Bestimmte Botschaften – wie motivierende Worte an Ihre Mitarbeiter – lassen sich verbal nur schwer vermitteln. Sie erreichen damit vielleicht den Kopf, aber nicht das Herz Ihres Publikums.
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