
Ausgabe vom Montag, 12. Juli 2010
Unangenehm aber nötig: Kritikgespräche bringen Klarheit
 Liebe Leserin, lieber Leser, ein großartiger Fifa-World-Cup liegt hinter uns. Doch sie hat für manchen Teilnehmer bittere Folgen. Nach dem desaströsen Abschneiden von England, Frankreich und Argentinien bei der Fußball-WM mussten sich die Trainern unangenehme Fragen gefallen lassen. Die Engländer wollen ihren Erfolglos-Trainer Fabio Capello so schnell wie möglich
loswerden. Frankreichs Nationalcoach Raymond Domenech musste sich nach dem unterirdisch schlechten Auftreten bei der
WM sogar vor dem Parlament verantworten. Für beide Seiten - die Frager und die Befragten - sind solche Kritikgespräche unangenehm. Auch wenn in der Wirtschaft im Unterschied zum Fußballkeine ganze Nation am Fernsehapparat zuschaut, sollten Sie als Chef dabei eine gute Figur machen. Hier sind zwei Chefletter-Tipps für Ihr nächstes Kritikgespräch.
Ihr
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink
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Jede überzeugende Kritik setzt Sachlichkeit voraus

Behandeln Sie alle gleich bei gleichen Fehlern. Emotionale Voreingenommenheit wie Mitleid sympathischen Mitarbeitern gegenüber und Verachtung unsympathischen Mitarbeitern gegenüber schränkt die eigene Objektivität ein. Sie erschwert es, Probleme rational in den Griff zu bekommen. Mit einem kühlen Kopf bewahren Sie eine neutrale Haltung. Kritik ist leistungs- und verhaltensbezogen, nicht personenbezogen.
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Bitten Sie den Mitarbeiter um eine Analyse der Situation
 Am besten eröffnen Sie das Kritikgespräch, indem Sie auf das gemeinsame Interesse verweisen, Fehler zu vermeiden. Die Demonstration der gemeinsamen Ziele bricht am ehesten das Eis. Beantworten Sie dann gemeinsam mit dem Mitarbeiter die Frage: 1. Was ist nicht richtig? Also: Welches Problem liegt vor? Was ist nicht so gelaufen, wie es hätte laufen sollen? Welche Konsequenzen hat das mit sich gebracht? Beantworten Sie diese Fragen bitte nicht selbst. Bitten Sie den Mitarbeiter, zum Problem Stellung zu nehmen. Am besten ist es, wenn der Mitarbeiter von sich aus berichtet. Er wird dadurch angehalten, seine bisherigen Erfahrungen selbständig zu überdenken und aus ihnen zu lernen. So wird die eigenverantwortliche Selbstkontrolle gefördert. Der Mitarbeiter wird dadurch motiviert, weiterhin die Wege zu gehen, die erfolgreich zum Ziel führen, bzw. die Wege zu vermeiden, die am Ziel vorbeiführen.
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Mit einem Kritikgespräch können Sie das Vertrauen eines Mitarbeiters verlieren.

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