Ausgabe vom Freitag, 23. Juli 2010



Teuer erkaufte Sparsamkeit

Liebe Leserin, lieber Leser,

von einer Spülmaschine - egal ob betrieblich oder privat genutzt, verlange ich nicht viel. Das schmutzige Geschirr muss nach Ablauf des Programms sauber und trocken sein. Zudem sollte das Gerät auch noch möglichst lange halten. So weit so einfach.

Bis vor kurzem nutzten wir eine Spülmaschine, die diese Aufgabe seit 1983 zuverlässig erledigte - insgesamt 26 Jahre. Eine neuere des gleichen Herstellers reinigte nicht annähernd so gut, sollte nicht mit Tabs betrieben werden, brauchte Markenspülmitteln, lieferte nasses Geschirr und hielt gerade einmal 6 Jahre. Dafür war sie sehr leise und sparsam beim Energie- und Wasserverbrauch.

Der herbeigerufene Kundendienst schilderte das Dilemma. Die alten Maschinen waren robust und einfach. Dass das heute nicht mehr so sei, liege an der Sparsamkeit. Diese könne nur durch ausgeklügelte, empfindliche Technik erzielt werden.

Innovationen dieser Art sind offensichtlich teuer zu Lasten dessen erkauft, was ich von einer Spülmaschine erwarte. Innovationen heißen also nicht automatisch, dass ein Produkt besser wird. Falls sich Ihr Produkt durch Innovationen auch verschlechtern könnte, sollten Sie diesen Chefletter genau lesen.


Ihr
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink



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Erkennen Sie Innovationen ohne Nachteile

Prüfen Sie mögliche negativen Auswirkungen von Innovationen sehr genau. Eine Innovation ist nur dann sinnvoll, wenn Sie Vorteile bei einer der folgenden Innovationsarten liefert, ohne zu Lasten der anderen Bedingungen zu gehen.

Eine Innovation, die zwar Sparsamkeit bei den Betriebsmitteln verspricht, aber einen um 75 % verkürzten Lebenszyklus hat, ist keine und wird von Ihren Kunden garantiert nicht honoriert.

Unterscheiden Sie folgende 7 Technologiearten, bei denen Innovationen möglich sind.  Diese Kriterien können gleichzeitig zur Charakterisierung einer Technologie herangezogen werden:

  1. Einsatzgebiet
  2. Interdependenzen
  3. Lebenszyklusphase
  4. Branchenbezogene Anwendungsgebiete
  5. Unternehmensinterne Anwendungsbreite
  6. Grad des Produktbezugs
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Erfahren Sie, was Ihre Innovation Wert ist

Angenommen, Sie haben eine Innovation gefunden, die Ihr Angebot verbessert, ohne es an anderer Stelle zu verschlechtern, dann nehmen Sie im nächsten Schritt eine Beurteilung Ihrer Innovation vor. Schätzen Sie ab, was die Neuerung Wert ist, und was Sie mit ihr verdienen können.

Welche Beschreibung passt für die Innovation am besten:

  • Basistechnologie: Sie stellt im Allgemeinen den Standard einer Branche dar und bieten keinen wesentlichen Wettbewerbsvorteil.
  • Schlüsseltechnologie: Sie stellt erhebliche Potenziale für Wettbewerbsvorteile dar. Durch ihre unterschiedlich gute Beherrschung kommt es zu Differenzierungen gegenüber den Konkurrenten, die es ermöglichen, Wettbewerbsvorteile aufzubauen.
  • Schrittmachertechnologie: Sie ist eine potenzielle Schlüsseltechnologien von morgen. Sie befinden sich noch im Stadium der Entwicklung und ist deshalb für eine breite Anwendung noch nicht ausgereift genug und birgt noch Unsicherheiten in ihrer technischen Realisierbarkeit und Leistungsfähigkeit.
  • Zukunftstechnologie: Sie ist von extremer Unsicherheit gekennzeichnet. Sie hat aber das Potenzial, die Schrittmachertechnologien von morgen zu werden.
  • Neue vs. verbesserte vs. verdrängte Technologie: Neue Technologie ist eine kürzlich gefundene Ziel-Mittel-Wirkungskette; verbesserte Technologie ist eine auf bekannter Ziel-Mittel-Wirkungskette aufbauende Technologie mit marginalen Leistungszunahmen.
  • Verdrängte Technologie: Sie ist eine nicht oder kaum mehr eingesetzte, leistungsschwächere frühere Technologie.



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