
Ausgabe vom Montag, 26. Juli 2010
"Nein" sorgt für Klarheit
Liebe Leserin, lieber Leser,
Ungarn hat "Nein" gesagt. Die Regierung des hoch verschuldeten Ungarn
will nicht noch mehr sparen: Im Streit mit dem Internationalen
Währungsfond schloss sie weitere Maßnahmen aus. Ungarns Wirtschaftsminister Gyorgy Matolcsy will keinen strengeren
Sparkurs fahren. Zusätzliche Anstrengungen kämen nicht infrage, sagte der Minister. Das habe die
Regierung dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen
Union (EU) klargemacht. Ein so klares "Nein" ist auf dem diplomatischen Parkett ziemlich ungewöhnlich, denn es schließt weitere Verhandlungen aus. Es schlägt mit einem Knall die Türe zu. Doch es sorgt auch für Klarheit und klärt die Fronten. Darum hat ein klares "Nein" Vorzüge, die auch Sie nutzen können. In welchen Situationen dies der Fall ist, konnten Sie im April 2005 in simplify your business lesen. Weil diese Situationen immer noch aktuell sind, habe ich sie in meinen heutigen Chefletter aufgenommen.
Ihr
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink
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„Nein“ zu ewig unentschiedenen Kunden
Es gibt den Kunden, der in Wahrheit
gar keiner ist. Er ruft Sie an, lädt Sie
ein, fordert Unterlagen und Angebote
an und bittet Sie um persönliche Beratungstermine.
Sie hoffen seit langem
auf einen Auftrag, doch immer kurz
vor dem Abschluss gibt es weiteren
Klärungsbedarf oder ein neues Problem.
Ursachen: Ihr Kunde ist generell
entscheidungsschwach, oder er
versucht durch seine Verzögerungstaktik
gezielt, Sie langsam mürbe zu
machen und noch bessere Konditionen
auszuhandeln.
Sie wollen ihm nicht klipp und klar sagen,
dass er Ihnen die Zeit stiehlt, um
ihn nicht zu verärgern. Doch so können
Sie ihn geschickt mit 3 Sätzen am
Telefon abwimmeln, anstatt ihn nochmals
zu besuchen:
- „Ich bin froh, dass Sie sich bei mir melden, denn ich bin momentan
sehr
beschäftigt."
- "Wir hatten ja alle wesentlichen Details
besprochen, daher werde ich Ihnen
den Vertrag mit den vereinbarten
Konditionen zuschicken."
- "Bitte teilen Sie mir dann schnell Ihren
gewünschten Liefertermin mit.“
So kommt er unter Zugzwang und
muss sich endlich entscheiden. Verwenden
Sie die gewonnene Zeit, um
neue Kunden zu akquirieren!"
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„Nein“ zu Mitarbeitern, die zu bequem sind
Wahrscheinlich hören Sie auch manchmal diesen Hilferuf: „Chef, das schaffen wir nicht allein, wir brauchen Sie, sonst werden wir nicht rechtzeitig fertig, Sie können das doch so gut ...“ Das ist eine geschickte Mischung aus Zeitdruck, Schmeichelei und dem Versuch, Ihr Mitleid zu erregen. Häufige Ursache: Ihre Mitarbeiter wollen sich vor der Aufgabe und ihrer Verantwortung drücken.
Geben Sie nicht sofort nach. Fragen Sie, wo ganz genau die Schwierigkeiten
liegen. Wenn Sie feststellen, dass tatsächlich ein ernsthaftes Problem vorliegt, lösen Sie es mit Ihren Mitarbeitern gemeinsam. Übernehmen Sie die Regie, aber nicht die ganze Arbeit! Wenn Sie merken, dass es sich nur um ein kleines Problem handelt, argumentieren Sie mit einem positiv besetzten „Nein“. So signalisieren Sie Ihren Mitarbeitern Vertrauen: - „Ich
möchte mich bei dieser Aufgabe nicht einmischen."
- "Das ist doch nur eine Kleinigkeit, ich bin sicher, das schaffen Sie allein."
- "Überlegen Sie sich in Ruhe verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Falls Sie dann nicht weiterkommen, werde ich Ihnen helfen.“
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