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Liebe Leserin, lieber Leser, kurz bevor die Regierungskommission
eingesetzt wird, um die notwendigen Schritte zur Reform
des Gesundheitswesens festzulegen, streiten sich CSU- und FDP-Vertreter um die
sogenannte „Kopfpauschale“ – denn deren Ausgestaltung ist das große Thema der
Kommission. Wie die dpa meldete, sei die Idee der Kopfpauschale laut Bayerns
Gesundheitsminister Markus Söder „zum Scheitern verurteilt“. Was überhaupt darunter zu verstehen ist, lesen Sie in dieser Ausgabe.
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Ihre
Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken |
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| Was ist die Kopfpauschale? |
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Die sogenannte Kopfpauschale (eigentlich
„Gesundheitsprämie“) ist ein Pauschalprämiensystem, bei dem die Gesundheitskosten von den Lohnzusatzkosten entkoppelt werden.
Beschäftigte zahlen dann lohnunabhängig eine pauschale Prämie an die
Krankenkasse, von den Arbeitgebern kommt kein Anteil mehr – sie hätten also
geringere Arbeitskosten. Wer die Gesundheitskosten nicht alleine schultern
kann, erhält eine Entlastung über das Steuersystem. So würden auch privat
Versicherte über ihre Einkommensteuer zum Solidarausgleich beitragen. Dieses
System soll zudem den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen fördern.
Die Kopfpauschale, von der zurzeit die
Rede ist, ist jedoch noch einmal eine abgewandelte Form (= „solidarische
Gesundheitsprämie“) dieses reinen Prämiensystems. Laut Koalitionsvertrag
zwischen CDU/CSU und FDP ist „eine weitgehende Entkoppelung der
Gesundheitskosten von den Lohnzusatzkosten“ gewollt. Danach gibt es einen
einkommensabhängigen Arbeitgeberanteil, dieser wird aber bei einem bestimmten
Prozentsatz des Bruttoeinkommens eingefroren (im Gespräch sind 6,5 Prozent). Alle
versicherten Erwachsenen zahlen gleich viel an Gesundheitsprämie. Steigen die
Gesundheitsausgaben, sind davon künftig nur noch die Arbeitnehmer betroffen,
nicht mehr die Arbeitgeber. Geringverdiener erhalten wie oben beschrieben einen
finanziellen Ausgleich. Über die Einkommensteuer leistet grundsätzlich jeder
seinen Beitrag zum Sozialausgleich, abhängig von seinem Bruttoeinkommen, in das
neben dem Lohn auch Mieteinnahmen und andere Einkünfte eingerechnet werden.
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ISSN 1863-5105
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