3. Februar 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

am heutigen Februartag im Jahr 1468 verstarb Johannes Gutenberg in Mainz. Ohne seine Erfindung des Buchdrucks wäre einiges ganz anders und vielleicht langsamer verlaufen. Seine Ideen machten es möglich, dass Informationen aus Büchern immer größeren Kreisen der Bevölkerung zugänglich wurden. Welche Ideen das genau waren, will ich Ihnen heute mit auf den Weg geben.

Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken


 
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   Welche Ideen verhalfen Gutenberg zum Buchdruck?

Bewegliche Lettern (= Schriftkörper mit spiegelverkehrten Schriftzeichen) – das war die Idee, die der Goldschmiedemeister Johannes Gutenberg 1440 in Mainz entwickelte. Das Prinzip des Druckens war allerdings schon lange vor Gutenberg bekannt. Schon 200 Jahre vor Christi wurden im chinesischen Reich Stempel benutzt, die man in weichen Ton drückte.

Die geniale Idee von Gutenberg war es, erst den Text zu zergliedern, dann die Buchstaben zusammenzusetzen. Er goss von Hand Lettern aus Messing, legte sie geordnet in Setzkästen und fertigte dann Buchstabe für Buchstabe die Druckvorlage, heute Satz genannt. Wichtig war dabei, dass die Anordnung der Buchstaben seitenverkehrt erfolgte. War der Text einmal gesetzt, brauchte man nur noch eine Druckerpresse und Druckerschwärze. Und die Lettern konnten immer wieder benutzt werden. Die Auflage spielte keine Rolle mehr, die Qualität blieb gleich. Was vorher ein Schreiber in wochenlanger Arbeit kopiert hatte, dauerte jetzt nur noch Minuten.

Bei der Erfindung kam Gutenberg seine Erfahrung als Goldschmied zugute: Als solcher beherrscht Gutenberg das Anfertigen der „Urbuchstaben“ aus einem harten Metallklotz. Auf deren Grundlage kann ein kupferner Negativabdruck, die sogenannte Matrize hergestellt werden. Das flüssige Metall zur Produktion der Buchstabenkopien muss dann nur noch in die Matrize gegossen werden und abkühlen.

  • Innovativ für seine Zeit ist auch die Rezeptur für das Guss-Metall. Eine Mischung aus Blei, Antimon, Zinn und Wismut war ideal, um weder das Papier durch harte Lettern zu beschädigen noch den Druck durch zu weiche Druckbuchstaben verwischen zu lassen.
  • Die bekannten Druckfarben verbessert Gutenberg durch Mischung von Leinöl, Terpentin, Harzpech, Schwefelkies, Zinnober, Harz, diverser Firnisse, Galläpfel, Vitriol und Schellack zu einer dickflüssigeren Textur, die den beidseitigen Druck ohne Durchschlag auf die andere Seite ermöglicht.
  • Für einen gleichmäßigen Auftrag der Farbe auf die Druckplatte ersinnt der findige Goldschmied den Druckerballen, eine Art Tampon aus Hundeleder, prall gefüllt mit Pferdehaar.
  • Die Druckerpresse, die Vorrichtung, in der das Papier gleichmäßig gegen den Zeichensatz gedrückt wird, war ebenfalls eine Idee Gutenbergs.

Gutenberg hatte vor, die Entwicklung geheim zu halten, um davon finanziell profitieren zu können. Doch das ging nicht lange gut ...


 
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