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Liebe Leserin, lieber Leser,
wussten Sie, dass 63 von den 153 deutschen Sportlerinnen und
Sportlern, die an den Olympischen Winterspielen teilnehmen, sogenannte
Sportsoldaten sind? Das sind etwas mehr als 40 Prozent. Deshalb habe ich für
Sie einmal nachgeschaut, was man sich darunter vorzustellen hat.
Einen schönen Faschingsdienstag wünscht Ihnen
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Ihre
Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken |
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| Was ist ein Sportsoldat? |
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| Als Sportsoldatinnen oder Sportsoldaten werden Sportler
bezeichnet, die (auf Zeit) der Bundeswehr angehören. Neben den oben genannten
63 Olympia-Teilnehmern gibt es noch weitere regierungsangehörige Sportler in
Vancouver: mehr als 20 sind bei der Bundespolizei, rund 10 beim Zoll.
Attraktiv ist der Sport im Staatsdienst deshalb, weil er
(finanziell) gefördert wird. Die Bundeswehr-Sportler gehören sogenannten
Sportfördergruppen an, haben aber nur wenig „echte“ Soldaten-Pflichten
wahrzunehmen (etwa 30 Prozent ihrer Zeit). So können sie sich ganz auf ihr
Training konzentrieren, müssen keinem Beruf oder einer Ausbildung nachgehen,
wie das vielleicht andere Spitzensportler tun. Deshalb ist das Angebot gerade
für Amateur-Sportler interessant. Über alle 43 von der Bundeswehr geförderten
Sportarten hinweg zählt Deutschland mehr als 800 Sportsoldaten. Sie sind an 15
Standorten in Deutschland stationiert und tragen die klassischen Bundeswehr-Dienstgrade.
Zum Einstieg müssen sie durch eine verkürzte Grundausbildung. Später widmen sie
70 Prozent ihrer Zeit dem Training.
Teilnehmer bei den Olympischen Winter- oder Sommerspielen
können bei der Bundeswehr zwei Jahre unter Vertrag genommen werden, andere
Sportler ein Jahr – die Förderung kann jeweils verlängert werden, wenn
entsprechende Leistung kommt. Die Biathletin Kati Wilhelm ist z. B. schon seit 17 Jahren beim Bund und mittlerweile
Hauptfeldwebel. Steigen Sportler schon zum Grundwehrdienst ein, können sie auch
Zeitsoldaten werden.
Laut Bundeswehr (bundeswehr.de)
bietet die Spitzensportförderung: -
ausreichend
Zeit für den Sportler, sich in einem sozial abgesicherten Umfeld
uneingeschränkt dem Training widmen und so optimal auf anstehende
Wettkämpfe vorbereiten zu können.
- individuelle
fachliche Betreuung durch den Verband oder die Leistungszentren des
Deutschen Sports, insbesondere der Olympiastützpunkte.
An diesem System gibt es naturgemäß auch Kritik: So sprechen
manche in Bezug auf Vancouver schon von „Militärfestspielen“ – denn auch andere
Länder haben Sportsoldaten und nehmen sich mitunter Deutschland als Vorbild.
Und es bleibt natürlich die Frage offen, was aus einem Sportler nach seiner
Karriere wird, wenn er jahrelang (ohne vorherige Ausbildung) bei der Bundeswehr
war.
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