16. Februar 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

wussten Sie, dass 63 von den 153 deutschen Sportlerinnen und Sportlern, die an den Olympischen Winterspielen teilnehmen, sogenannte Sportsoldaten sind? Das sind etwas mehr als 40 Prozent. Deshalb habe ich für Sie einmal nachgeschaut, was man sich darunter vorzustellen hat.

Einen schönen Faschingsdienstag wünscht Ihnen

Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken


 
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   Was ist ein Sportsoldat?
Als Sportsoldatinnen oder Sportsoldaten werden Sportler bezeichnet, die (auf Zeit) der Bundeswehr angehören. Neben den oben genannten 63 Olympia-Teilnehmern gibt es noch weitere regierungsangehörige Sportler in Vancouver: mehr als 20 sind bei der Bundespolizei, rund 10 beim Zoll. 

Attraktiv ist der Sport im Staatsdienst deshalb, weil er (finanziell) gefördert wird. Die Bundeswehr-Sportler gehören sogenannten Sportfördergruppen an, haben aber nur wenig „echte“ Soldaten-Pflichten wahrzunehmen (etwa 30 Prozent ihrer Zeit). So können sie sich ganz auf ihr Training konzentrieren, müssen keinem Beruf oder einer Ausbildung nachgehen, wie das vielleicht andere Spitzensportler tun. Deshalb ist das Angebot gerade für Amateur-Sportler interessant. Über alle 43 von der Bundeswehr geförderten Sportarten hinweg zählt Deutschland mehr als 800 Sportsoldaten. Sie sind an 15 Standorten in Deutschland stationiert und tragen die klassischen Bundeswehr-Dienstgrade. Zum Einstieg müssen sie durch eine verkürzte Grundausbildung. Später widmen sie 70 Prozent ihrer Zeit dem Training.

Teilnehmer bei den Olympischen Winter- oder Sommerspielen können bei der Bundeswehr zwei Jahre unter Vertrag genommen werden, andere Sportler ein Jahr – die Förderung kann jeweils verlängert werden, wenn entsprechende Leistung kommt. Die Biathletin Kati Wilhelm ist z. B. schon seit 17 Jahren beim Bund und mittlerweile Hauptfeldwebel. Steigen Sportler schon zum Grundwehrdienst ein, können sie auch Zeitsoldaten werden.

Laut Bundeswehr (bundeswehr.de) bietet die Spitzensportförderung:

  • ausreichend Zeit für den Sportler, sich in einem sozial abgesicherten Umfeld uneingeschränkt dem Training widmen und so optimal auf anstehende Wettkämpfe vorbereiten zu können.
  • individuelle fachliche Betreuung durch den Verband oder die Leistungszentren des Deutschen Sports, insbesondere der Olympiastützpunkte.

An diesem System gibt es naturgemäß auch Kritik: So sprechen manche in Bezug auf Vancouver schon von „Militärfestspielen“ – denn auch andere Länder haben Sportsoldaten und nehmen sich mitunter Deutschland als Vorbild. Und es bleibt natürlich die Frage offen, was aus einem Sportler nach seiner Karriere wird, wenn er jahrelang (ohne vorherige Ausbildung) bei der Bundeswehr war.


 
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