Chopin war einer bedeutendsten Komponisten für Klavierwerke:
So schuf er unter anderem Balladen, Preludien, Sonaten, Polonaisen, Walzer,
Mazurken und nicht zuletzt Etüden, die weit mehr waren als Übungsstücke zur
Vollendung der Technik.
Frédéric Francois Chopin, oder Fryderyk Franciszek Chopin,
wurde im Herzogtum Warschau als Sohn eines Franzosen und einer Polin geboren.
Da seine Mutter durch die Heirat mit dem aus Lothringen stammenden Nicolas
Chopin auch die französische Staatsbürgerschaft erlangte, gehörte Sohn Frédéric
beiden Nationalitäten an. Ab dem Jahr 1831 lebte er in Paris, das er vorher
immer mal wieder zu Konzerten besucht hatte und das ihn sehr beeindruckte. Dort
verstarb er auch 1849 mit nur 39 Jahren. Beerdigt wurde er in Paris; doch vor
seinem Tod veranlasste er, dass sein Herz nach Warschau überführt werden soll.
Heute befindet es sich dort in der Heilig-Kreuz-Kirche. So gut ihm Paris
gefiel, er blieb Polen, das er schweren Herzens wegen der russischen
Fremdherrschaft verlassen hatte, stets verbunden. Das brachte er schon von
Anfang an in seiner Musik (z. B. den polnischen Tänzen) zum Ausdruck.
Die Genialität Chopins kristallisierte sich schon früh
heraus. Mit sieben komponierte er bereits, mit acht hielt er sein erstes öffentliches
Konzert ab, mit 12 sah sich sein Klavierlehrer ihm schon unterlegen. Obwohl
Chopin Pianist war und sich der Klaviermusik widmete, gab er selbst nur eine
überschaubare Zahl öffentlicher Konzerte – man traf ihn eher in kleinerem,
intimerem Rahmen an.
Chopin war schon von Kindesbeinen an sehr kränklich. Lungenentzündungen, Husten, Tuberkulose machten ihm zu schaffen, letzterer
verdankte er den frühen Tod. Experten leiten aus den Symptomen und aus Chopins
Biografie ab, dass er möglicherweise an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose
litt. Dafür spricht auch, dass es offenbar keine Nachkommen von ihm gibt.
Selbst aus einer längeren Beziehung mit der französischen Schriftstellerin
George Sand gab es keine gemeinsamen Kinder. Die beiden hatten sich über den
mit Sand befreundeten Komponisten Franz Liszt kennengelernt. Wie zu Liszt
pflegte Chopin während seiner Zeit in Frankreich viele Kontakte zu namhaften
Persönlichkeiten, anderen Musikern und Schriftstellern.
Einige Literaturtipps:
Adam Zamoyski: Chopin - Der Poet am
Piano. Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann, München 2010.
Eva Gesine Bauer: Chopin oder die Sehnsucht. Verlag C.H.
Beck, München 2009.
Christoph
Rueger: Frédéric Chopin. Seine Musik – sein Leben. Überarbeitete Neuausgabe.
Parthas Verlag, Berlin 2009.
Tadeusz A. Zielinski: Chopin: Sein Leben, sein Werk, seine
Zeit. Verlag Schott, Mainz 2008.
Hans
Werner Wüst: Frédéric Chopin: Briefe und Zeitzeugnisse - Ein Portrait.
Verlag Bouvier, 2007
George Sand: Ein Winter auf Mallorca: Tage mit Frédéric Chopin. Insel
Verlag, Frankfurt 2006