LOHAS ist zunächst einmal
die Abkürzung für Lifestyle of Health and Sustainability (Lebensstil für
Gesundheit und Nachhaltigkeit). Dahinter steht eine Trendbewegung, die
hierzulande und in unseren Nachbarländern immer mehr Anhänger bekommt. Auf der
Website www.lohas.de ist zu lesen:
"LOHAS((-Anhänger)) leben einen wertbasierten Lebens-
und Konsumstil, für sie gibt es neben Preis und Qualität eine neue Dimension
der Markenorientierung: Ethik. Ihr Credo ist eine balancierte Lebensweise im
Glauben an die Machbarkeit einer besseren Welt, die nicht durch Verzicht,
sondern durch bessere Ideen, intelligente Technologien und aktivem Gemeinsinn
erreicht wird."
Hierzulande
identifizieren sich 44 Prozent der Bundesbürger mit diesem Lebensstil. Das hat
eine repräsentative Umfrage unter 500 Personen ab 14 Jahren in Deutschland
ergeben, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im Dezember 2008 im Auftrag
der Allianz Deutschland AG durchgeführt hat. Überdurchschnittlich vertreten (49
Prozent) sind LOHAS unter den Befragten mit höheren Einkommen (Haushaltsnetto
über 2500 Euro).
Geprägt hat den Begriff LOHAS im Jahr 2000 der amerikanische Soziologe Paul H.
Ray in seinem Buch „The Cultural Creatives“. Seitdem taucht die Abkürzung immer
wieder in Diskussionen um Klimawandel, nachhaltiges Wirtschaften und
gesundheitsorientiertes Verhalten auf. Was die neue Bewegung allerdings von
früheren Öko-Generationen unterscheidet: Sie ist weder luxus- noch
genussfeindlich eingestellt (und oft entsprechend wohlhabend). Statt über
Verzicht definiert sie sich über bewussten Konsum.
Das
ruft naturgemäß auch die Kritiker dieser Bewegung hervor: Konsumieren und
trotzdem nachhaltig handeln – dient das nicht eher der Beruhigung des
schlechten Gewissens? Andere wiederum sagen, dies sei ein kleiner Schritt in
die richtige Richtung und letztlich könnten LOHAS mit ihrem Verhalten durchaus
Einfluss nehmen.
Und hier noch einige
Ergebnisse der diffferent-Studie:
81 Prozent der Befragten
sind bereit, mehr Geld für ein Produkt auszugeben, wenn es unter Bio-Kriterien
hergestellt wurde. Dabei würden sie sogar im Durchschnitt bis zu 18 Prozent
mehr bezahlen. Gleichwohl werden die günstigen Bio-Angebote der Supermärkte und
der Discounter sehr gut angenommen: Überwiegend kaufen die Deutschen ihre
Bio-Produkte nicht im Naturkostladen (35,1%), sondern im Supermarkt (76,4%) –
zum Beispiel bei Edeka und REWE – und bei Discountern wie ALDI und LIDL (71,5
%).