Was sind
die Paralympics?
Die
Paralympics sind die Olympischen Spiele für Sportler mit körperlicher
Behinderung. Sie finden in der Regel im Anschluss an die regulären Olympischen
Spiele statt. Nicht zu den Paralympics gehören die Deaflympics (Olympiade der
Gehörlosen, von engl. deaf = taub) und die Special Olympics (Olympische Spiele
für geistig Behinderte).
Wie
alles begann
Ludwig Guttmann (1899-1980), ein
deutsch-jüdischer Arzt und Neurologe, arbeitete in den 1940er-Jahren in Südengland
in einer Klinik namens „Stoke Mandeville“. Dort widmete er sich der Rehabilitation
von Querschnittsverletzten des 2. Weltkriegs. Er erkannte, wie wichtig Sport
und Bewegung auch für Gelähmte im Rollstuhl sind. Deshalb veranstaltete er am
28. Juli 1948 den 1. Rollstuhlwettkampf der Klinik. Dieses Datum wählte er
bewusst, denn am gleichen Tag wurden in London die Olympischen Sommerspiele
eröffnet.
In den
Folgejahren verbreiten sich die Wettkämpfe der Rollstuhlfahrer erst in England,
dann in Europa. Im Jahr 1960 finden in Rom erstmals die „Internationalen
Weltspiele der Gelähmten“ statt – im Anschluss an die reguläre Olympiade. Für
heutige Verhältnisse unvorstellbar: Alle Teilnehmer (ausschließlich
Rollstuhlfahrer!) waren im 1. Stock der auf Säulen erbauten Häuser untergebracht
– ohne Rampen und Aufzüge.
Was
bedeutet der Name „Paralympics“?
Viele Jahre
lang hießen die Olympischen Spiele der Behinderten nach ihrem Ursprungsort
„Stoke Mandeville Games“. Erst im Jahr 1988 wendete sich das Blatt: Die
Sommerspiele in Korea erhielten erstmalig offiziell den Namen „Paralympics“ .
Die Veranstalter sahen in dem Begriff
zunächst eine Kombination aus den Wörtern Paralysis (engl. für Lähmung) und
Olympics (engl. für Olympiade). Um auch Menschen mit anderen Behinderungsarten
einzubeziehen, definierten sie ihn später neu: Jetzt gilt er als
Zusammensetzung aus der griechischen Silbe para (= neben) und Olympics, um die
Nähe zur olympischen Bewegung und das Nebeneinander der Spiele auszudrücken.
Peinliches
Verhalten der Veranstaltungsorte
Seit den 1990er-Jahren finden die Paralympics regelmäßig
am selben Ort wie die Olympischen Spiele statt. Dies ist in einem Abkommen
zwischen dem IOC (Internationales Olympisches Komitee) und dem IPC
(Internationales Paralympisches Komitee) geregelt. Die Städte, die sich um die
Ausrichtung olympischer Spiele bewerben, müssen die Paralympics von vornherein
in ihre Bewerbung miteinbeziehen. Das war nicht immer so: Im Jahr 1970 beispielsweise
fanden die Behindertenwettkämpfe nicht in München statt, weil die Stadt das
olympische Dorf bereits abreißen bzw. umbauen ließ. (Zum Glück sprang
Heidelberg als Austragungsort ein.) Und im Jahr 1984 weigerten sich die
Organisatoren der Sommerspiele von Los Angeles (USA), die Paralympics
durchzuführen. Ihre Begründung: Dies passe nicht in das „professionelle Image“
der Spiele von Los Angeles.