15. März 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

„our money, our rights“ (unser Geld, unsere Rechte): So lautet das Motto des diesjährigen Weltverbrauchertags, der seit 1983 immer am 15. März gefeiert wird. In diesem Jahr hat sich der internationale Dachverband der Verbraucherorganisationen, Consumers International, für das Finanzthema entschieden, weil den Verbrauchern durch schlechte Finanzprodukte viel zu viel Geld flöten geht. Der Finanzschrott beschert den VerbraucherInnen nach Berechnungen des Verbraucherzentrale Bundesverbands e.V. jährlich mindestens 20 Milliarden Euro Verlust! Wie das kommt und was die Lösung sein könnte, lesen Sie in dieser Ausgabe.

Einen guten Wochenstart wünscht Ihnen

Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken

PS: Funktionieren Sie noch für Ihren Haushalt – oder funktioniert Ihr Haushalt für Sie?


 
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   Wo geht uns überall Geld verloren?

Viele Verbraucher sind nicht optimal mit Finanzprodukten versorgt. Verantwortlich hierfür sind ineffiziente Produkte, komplexe Verbraucherinformationen, mangelnder Wettbewerb, unfaire Vertriebsmethoden und provisionsgesteuerte Beratungen.

Erfahrungen der Verbraucherzentralen zeigen, dass die Renditen der an Verbraucher vermittelten Geldanlagen durchschnittlich 1 bis 2 Prozent geringer ausfallen, als bei einer bedarfsgerechten Beratung möglich gewesen wäre. Das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte beträgt laut Bundesbank aktuell 4,5 Billionen Euro. Bei einem Renditeverlust von 1 bis 2 Prozent läge der Schaden für die Verbraucher daher bei 45 bis 90 Milliarden Euro. Setzt man den Renditeverlust vorsichtiger bei 0,5 Prozent, liegt der Schaden immer noch bei rund 20 Milliarden Euro. Dies entspricht zugleich einer Schätzung des Bundesverbraucherministeriums aus dem vergangenen Jahr.

Auch an anderer Stelle gibt es Verluste oder Kosten für Verbraucher. Das Beispiel Dispozinsen: Zwischen Januar 2008 bis Mai 2009 sank der Leitzins der Europäischen Zentralbank von 4,0 auf 1,0 Prozent, also um 3 Prozentpunkte. Im selben Zeitraum sanken nach einer Untersuchung der Zeitschrift Finanztest die durchschnittlichen Zinsen für Dispositionszinsen lediglich von 12,2 Prozent auf 11,9 Prozent, also um 0,3 Prozentpunkte. Hätten die Banken nur die Hälfte der Leitzinssenkung weitergeben, also zusätzliche 1,2 Prozent, dann hätten die Verbraucher bei einem Kreditvolumen von 16 Milliarden Euro rund 190 Millionen Euro weniger an Kreditzinsen zahlen müssen.

Und was müsste nun passieren, damit den Verbrauchern mehr Geld zufließt? Laut Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) müsste es eine Reform der Finanzaufsicht geben. Denn die besitzt nicht ausreichende Instrumente, um gegen missbräuchliches Marktverhalten effektiv vorzugehen. Die wichtigste Forderung: Der Verbraucherschutz muss als Aufsichtsziel gesetzlich verankert werden. Dies schreibt die EU-Finanzmarktrichtlinie bereits längst vor. Aufgabe der Aufsicht wäre es dann, auch für eine bedarfsgerechte Anlageberatung zu sorgen. „Die Formel lautet: Bessere Aufsicht, weniger Verluste, mehr aufs Konto", so vzbv-Vorstand Gerd Billen.

Zum Weltverbrauchertag:
Ursprung des internationalen Tages ist die Erklärung des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, der am 15. März 1962 in einer Rede vor dem amerikanischen Kongress erstmalig vier grundlegende Rechte der Verbraucher formulierte:

  • das Recht auf Sicherheit und sichere Produkte
  • das Recht auf umfassende Information
  • das Recht auf freie Wahl
  • das Recht, gehört zu werden.

Diese Grundrechte wurden später erweitert um:

  • das Recht zur Befriedigung der Grundbedürfnisse
  • das Recht auf Entschädigung
  • das Recht auf Verbraucherbildung
  • das Recht auf eine intakte Umwelt
  • das Recht auf politische Interessenvertretung

Quelle und weitere Infos: www.vzbv.de


 
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