Verbrechen werden vertuscht, bestimmte Umstände oder einfach
peinliche Vorfälle, die nicht öffentlich werden sollen. Es geht darum, gezielt
etwas zu verbergen oder sogar Spuren zu verwischen.
Das Wort ist im deutschen Sprachgebrauch schon länger
bekannt als die Tusche, von der sicher viele glauben, dass sie Ursprung von
„vertuschen“ ist. Es wäre ja auch sehr naheliegend: etwas mit Tische übermalen,
damit es nicht mehr sichtbar ist. Doch das ist ein Irrtum.
Im alten Mittelhochdeutschen bedeuteten vertuzzen,
vertussen, verdussen oder vertüschen gleich „bedecken, verbergen,
verheimlichen“. Die Vorsilbe „ver-“ wirkt verstärkend. Denn tuschen an sich
stand für „sich still verhalten“ und heute in Teilen Deutschlands noch für „zur
Ruhe bringen, unterdrücken“. Es wird vermutet, dass tuschen lautnachahmenden
Ursprung hat.*
Ausdrücke, die gerne stellvertretend für „vertuschen“ gebraucht
werden, sind „etwas unter den Teppich kehren“ oder „unter den Tisch fallen
lassen“. Sie sind sehr bildhaft und kaum erklärungsbedürftig: Teppich hoch,
Staub und Krümel darunter kehren, Teppich wieder runter – und nichts ist zu
sehen. Auch den Brotkrumen, die unter den Tisch gefallen sind, schenkt man
einfach keine Beachtung ...
* Quelle: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, dtv 1999