25. März 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Frage aus dem E-Mail-Betreff kann ich Ihnen leider nicht genau beantworten. Es wird wohl Brot gegeben haben, wie es schon im Neuen Testament geschrieben steht. Aber zwei US-Wissenschaftler haben jetzt festgestellt, dass die verschiedenen Maler des Abendmahl-Motivs immer etwas anderes auf die Teller gezaubert haben – zumindest mengenmäßig. Brian und Craig Wansink von der Cornell University haben 52 Gemälde ausgewertet, die zwischen den Jahren 1000 und 2000 entstanden sind. Das Ergebnis (veröffentlicht im International Journal of Obesity) spiegelt ganz gut die sich verändernden Ernährungsgewohnheiten wider: Die Essensportionen wurden immer größer!

Nun zurück zum eigentlichen Anlass, den Künstler so oft in Gemälden festhielten: Das letzte Abendmahl. Es fand während des jüdischen Pessachfestes statt. Und hierzu gebe ich Ihnen heute eine kleine Wissensauffrischung.

Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken


 
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   Was ist das Pessachfest?

Die Juden feiern das Pessachfest seit dem 3. Jahrhundert, um an den Auszug des Volkes Israel aus dem alten Ägypten weit vor Christi Geburt zu erinnern. Im Deutschen wird das Fest auch Passah oder Pascha genannt.

Das mehrtägige Pessachfest beginnt am 14. Tag des jüdischen Monats Nissan – der Tag vor dem 1. Frühlingsvollmond. Jesus von Nazaret zog zu seiner Zeit wie andere nach Jerusalem, um dort das Fest zu feiern. Damals schlachteten die Menschen zu diesem Anlass ein Opferlamm und aßen es im Familienkreis.

Aus dem Pessachmahl zum Festauftakt könnte das letzte Abendmahl Jesu Christi hervorgegangen sein. Dieser bezog laut Neuem Testament die Speisen auf seinen nahenden Tod und machte sich damit selbst zum Opferlamm. Tags darauf wurde er gekreuzigt. Am 3. Tag erstand er auf. Deshalb ist das Osterfest zur Erinnerung an den Auferstandenen untrennbar mit Pessach verknüpft.


 
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   Über Leonardo da Vincis Abendmahl

Das wohl bekannteste Abendmahl-Gemälde ist das von Leonardo da Vinci. Deshalb hier noch einige Wissenshappen für Sie:

  • Da Vincis Werk ist auf der Nordwand des Speisesaals der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand zu finden.
  • In den Jahren 1495 bis 1498 arbeitete  der Maler daran, im Auftrag seines Förderers Ludovico Sforza, dem Herzog von Mailand.
  • Das Werk entstand in der Seccotechnik (italienisch secco = trocken), bei der er die Farbe auf das trockene, verputzte Mauerwerk aufmalte.
  • Die nach dieser Technik aufgebrachten Motive sind nicht so langlebig wie Freskenmalereien, bei denen sich die Farbpigmente mit dem noch feuchten Putz verbinden können.
  • Da Vincis Abendmahl zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe (genau genommen die ganze Kirche).

 
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