31. März 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

gestern veröffentlichte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden (Destatis) seine „Zahl der Woche“: Deutschland bezog 2009 eine Milliarde mehr Eier aus dem Ausland als im Vorjahr. Warum das so ist und wie viel nicht-einheimische Eier Sie verspeisen, lesen Sie heute. Außerdem für Sie: Wer war zuerst da – das Osterei oder der Osterhase?

Viel Freude beim Lesen!

Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken


 
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   Warum kommen jetzt mehr Eier aus dem Ausland?

Sie können es sich sicherlich vorstellen: Der Grund dafür liegt im Verbot der herkömmlichen Käfighaltung seit Januar 2010. Vor diesem Hintergrund haben die einheimischen Betriebe schon im Laufe des Jahres 2009 umgerüstet, dadurch weniger Legehennen gehalten und etwa eine Milliarde weniger Eier produziert als im Jahr 2008. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2009 insgesamt 7,0 Milliarden Eier im Wert von 540,7 Millionen Euro aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt. Dies bedeutet eine Steigerung um rund eine Milliarde Eier im Vergleich zu 2008. Das ist also genau die Differenz.

Legt man den durch den Bundesverband Deutsches Ei e.V. für 2009 prognostizierten Pro-Kopf-Verbrauch von 214 Eiern zugrunde, so stammte etwa jedes dritte Ei in hiesigen Eierbechern oder Osterkörben aus dem Ausland.


 
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   Osterhase oder Osterei – welcher Brauch ist älter?

Diese Frage entscheidet sich eindeutig zugunsten des Eis. Es ist Symbol der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens. Alleine aus diesem Grund passt es wunderbar zum Fest der Auferstehung. Bereits vor rund 1.200 Jahren war es den Christen verboten, in der Fastenzeit vor Ostern Eier zu essen. Das Verbot galt eigentlich für Fleisch, schloss aber tierische Produkte mit ein. Den Hühnern als Eierlieferanten war das naturgemäß egal: Es sammelten sich daher bis Ostern immer viel zu viele Eier an. Das Abkochen half, sie haltbarer zu machen.

Ab dem 12. Jahrhundert etwa nahmen die Gläubigen am Ostersonntag ihre Eier mit zur Messe in die Kirche, um sie weihen zu lassen. Zu diesem besonderen Anlass wurde es mit der Zeit gang und gäbe, die Schalen bunt einzufärben und sie mit Mustern oder Bildern zu verzieren.

Der Hase spielt im Osterbrauchtum erst seit 300 Jahren eine Rolle. Er geht auf die evangelische Kirche zurück, die die Eierweihe der Katholiken ablehnte. Trotzdem schlichen sich die Eier bei protestantischen Familien ein, die damit jedoch in erster Linie kindgemäß das Osterfest begehen wollten. Brachte ein Hase die bunten Eier, konnten sie zumindest nicht aus der katholischen Ostermesse stammen. Übrigens: Auch Hasen sind Symbole der Fruchtbarkeit. Hinzu kommt, dass sie keine Augenlider haben und mit offenen Augen schlafen – das symbolisiert die Auferstehung Christi.


 
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