8. April 2010

wir in Europa brauchen immer mehr Erdgas, das wir zum großen Teil aus anderen Ländern importieren müssen – Tendenz steigend. Erdgas gilt als umweltschonend, da es geringere CO2-Emissionswerte aufweist als andere fossile Energieträger. Doch woher soll das Gas kommen? Aus solchen Gebieten, die noch reiche Vorkommen besitzen. Dazu zählen z. B. Russland, das Kaspische Meer, der Mittlere Osten oder Ägypten. Rund ein Viertel des Gasbedarfs deckt die EU bereits mit Lieferungen aus Russland.

Nun wurde mit dem Bau der 7,4 Milliarden Euro teuren Ostsee-Pipeline Nord Stream begonnen. Die Erdgaspipeline durch die Ostsee wird das europäische Gasversorgungsnetz mit den russischen Gasreserven verbinden. Mit einer jährlichen Kapazität von bis zu 55 Milliarden Kubikmetern soll sich dieser Versorgungsweg zu einem bedeutenden Pfeiler der europäischen Energiesicherheit entwickeln.

Mehr über das Projekt erfahren Sie unten. Viel Freude beim Lesen!

Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich durchblicken

PS: Kennen Sie das 20-Minuten-Wunder? Endlich wieder mehr Zeit! Endlich einen freien Schreibtisch! Endlich mehr Ordnung im Büro! Mehr ...


 
   Was bringt die Ostsee-Pipeline Nord Stream?

Um Nord Stream zu realisieren, haben sich vier große Unternehmen zu einem Gemeinschaftsunternehmen zusammengeschlossen: OAO Gazprom (Russland), BASF/Wintershall AG (Deutschland), E.ON Ruhrgas AG (Deutschland) und N.V. Nederlandse Gasunie (Niederlande).

Nord Stream wird die russische Ostseeküste bei der Stadt Wyborg mit der deutschen Küste in Höhe von Greifswald verbinden. Von hier aus kann das Gas durch das europäische Leitungsnetz nach Deutschland, Dänemark, in die Niederlande, nach Belgien, Großbritannien, Frankreich, in die Tschechische Republik und in weitere Länder geliefert werden. Die Pipeline besteht aus zwei parallelen Leitungen von jeweils 1.223 Kilometern Länge. Der erste Leitungsstrang mit einer Transportkapazität von rund 27,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr soll 2011 in Betrieb gehen. Nach Fertigstellung des zweiten Leitungsstrangs im Jahr 2012 soll die Transportkapazität auf rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt werden. Um Nord Stream mit dem russischen Gasleitungsnetz zu verbinden, baut Gazprom in Russland eine 917 Kilometer lange Überlandleitung. WINGAS und E.ON Ruhrgas werden zwei Landleitungen mit einer Gesamtlänge von 850 Kilometern nach Süd- und Westdeutschland errichten.

Der jährliche Importbedarf der Europäischen Union betrug im Jahr 2007 etwa 312 Milliarden Kubikmeter Erdgas; dieser Bedarf wird im Jahr 2030 bei 516 Milliarden Kubikmetern liegen. Nord Stream stellt eine ergänzende nördliche Route für zusätzliche Mengen an Erdgas dar und soll die Versorgungssicherheit der EU erhöhen. Der Anteil von Nord Stream am gesamten Erdgasimport der EU soll einmal 11 Prozent betragen. Durch eine Diversifizierung der Routen kann die EU den weltweit größten Lieferanten von Erdgas besser erreichen.

... und wie wird sie verlegt?
Die Stahlohre für die Pipeline werden, nachdem sie in speziellen Fertigungsanlagen mit Beton ummantelt wurden, an Land gelagert. Transportschiffe bringen die Stahlrohre dann – je nach Streckenabschnitt mit der entsprechenden Wandstärke – zum Verlegeschiff Castoro 6 (C6). Das ist stolze 152 Meter lang und 70 Meter breit. Damit bietet C6 genügend Fassungsvermögen für Rohre sowie ausreichend Besatzung und Ausrüstung, sodass rund um die Uhr an der Pipeline gearbeitet werden kann, sofern es das Wetter erlaubt. Pro Tag kann die Besatzung ungefähr drei Kilometer der Pipeline verlegen.


 
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