
Liebe Leserin, lieber Leser,
im Alltagstrott geht Kreativität schnell verloren – oder sie kann gar nicht erst entstehen. Die Arbeit in bestimmen Berufen, z. B. in Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften, erfordert ständig kreatives Denken. Aber auch, um den Mitbewerbern einen Schritt voraus zu sein, braucht man immer wieder gute Einfälle. Mit diesen Techniken wird auch Ihre nächste Kreativ-Besprechung garantiert nicht zur Schwatzrunde verkommen.
1. Kreative Atmosphäre
Bevor es los geht, schaffen Sie eine Atmosphäre, die Kreativität ermöglicht: kein Telefon, keine Arbeiten oder Gespräche „mal kurz“ zwischendurch. Wer gedanklich beim letzten oder bevorstehenden Termin ist, kann sich nicht einbringen. Eine bewährte Regel heißt: alle Handys ausschalten (nicht auf „stumm“, sonst schaut man gern zwischendurch mal nach, ob jemand angerufen hat)!
Wenn Sie können, suchen Sie einen Ort außerhalb Ihrer Firma – die räumliche Trennung macht den Kopf garantiert frei.
2. Besprechungsziel
Besprechungen nach dem Motto „Mal sehen, was uns heute so für unsere Zukunft einfällt“ gehen bestimmt schief. Die Aufmerksamkeit Ihrer Mitarbeiter muss auf ein Ziel gerichtet sein, z. B.: „Wie können wir alle Vertriebsmöglichkeiten für Produkt xy ausschöpfen?“
3. Rollen verteilen
Jeder Teilnehmer bekommt eine feste Funktion. Die Gruppe sollte zwischen 3 und 5 Personen groß sein. Sie brauchen auf jeden Fall 1 Moderator, 1 Zeitnehmer und 1 Schreiber. Die übrigen Teilnehmer sind „nur“ kreativ. Der Moderator müssen nicht unbedingt immer Sie sein – die Macht der Gewohnheit kann ein Hemmschuh sein. Der Zeitnehmer ermahnt, sobald der Zeitplan in Gefahr ist, der Schreiber notiert alle Vorschläge und Ideen.
4. Ideen sammeln
Beginnen Sie bewusst mit einem kurzen Anwärmen. Jeder Teilnehmer soll knapp formulieren, was er von der anstehenden Besprechung erwartet. Die Erwartungen bleiben einfach im Raum stehen – hier soll nicht diskutiert werden.
Nun soll jeder seine Ideen frei heraussagen. Entweder schreibt jeder seine Einfälle auf ein Blatt und trägt sie danach vor (oder der Schreiber hält sofort alles auf einem Flip-Chart oder einer Tafel fest). Für das Ideensammeln sollten Sie rund 15 Minuten einplanen.
5. Rote Karte
Das ist die oberste Regel für Kreativität: Während die Teilnehmer ihre Ideen offenbaren, darf niemand (!) kritisieren, kommentieren oder analysieren. Es geht nicht um Qualität, sondern erst einmal um Masse! Wenn irgendjemand die Regeln (siehe Kasten) missachtet, hebt der Moderator oder eine andere vorher bestimmte Person eine rote Karte (z. B. eine Kartei-Karte).
6. Ideen sichtbar machen und bewerten
Sie sollten alle gesammelten Ideen für jeden sichtbar machen. Wenn bis dahin jeder seine Ideen selbst notiert hat, gehören sie spätestens jetzt auf das Flip-Chart. Nun nimmt sich jeder einen dicken Filzstift und macht bei seinen 3 Favoriten jeweils einen Punkt. Es kann auch nur der Top-Favorit markiert werden. Auch diese Prozedur sollte ohne jeden Kommentar ablaufen.
Als Ergebnis haben Sie einen Sofort-Blick auf die Gewinner. Mit diesen Gewinnern können Sie nun weiterarbeiten.
7. Wer? Was? Wann?
Vereinbaren Sie, was jeder bis wann zu tun hat, und legen Sie gemeinsam den nächsten Termin fest.
Wenn Sie mit Ihrem Team diese Regeln beachten, können Sie Ihre Wettbewerber mit Ihren tollen Einfällen überflügeln - so wie auf unserem heutigen Aha-Plakat wieder einmal originell dargestellt.