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Frierende Schafe und lange Nächte
Liebe Leserin, lieber Leser, der Juni – im altdeutsche auch Brachet oder Brachmond genannt, da in der
mittelalterlichen Gesellschaft die Dreifelderwirtschaft betrieben wurde und in
diesem Monat das brach liegende Feld, die Brache, bearbeitet wurde – steht im Zeichen der Sonnenwende und des Sommerbeginns und
damit des Lebens. So sind die zahlreichen Bauernregeln nicht verwunderlich, die
das Wettergeschehen genauestens beobachten. Den 9. des Monats bezeichnete man
als Tag des Schafskälte. Die geschorenen Schafe können nochmals ordentlich frieren,
da ein Kälteeinbruch immer trotz vorgerückten Jahresverlauf möglich ist.
Bereits ab dem 15. Juni steht alles im Zeichen der bevorstehenden
Sonnwendfeierlichkeiten. An diesem Tag, dem St. Vitus geweiht, beginnen die
Vorbereitungen für das große Sonnwendfeuer; spätestes
heute beginnt auch die Haupternte des Heus. Am 21. ist es endlich soweit: Der
Sommer beginnt mit dem längsten Tag des Jahres. In vorchristlichen Zeiten
glaubte man, dass an diesem Tag die Götter auf die Erde hinabsteigen würden,
weshalb man ihnen mittels eines großen Feuers den Weg leuchten wollte, aber
auch um Glück und Wohlergehen zu erbitten. In dieser Nacht werden aber nicht
nur zahlreiche Feuer entzündet, um die man tanzt und darüber springt, auch
Heilkräuter werden gesammelt und oft in dem Feuer verbrannt. Den Kräutern, die
in dieser Zeit gesammelt wurden, sprach man eine besondere Heilwirkung zu.
Dies lässt sich natürlich auch auf den Garten übertragen, der Juni ist der Monat um mit der Kräuterente zu beginnen und diese zu trocknen oder sonstwie zu konservieren. Zwei davon möchte ich Ihnen heute vorstellen.
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Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Funke
Redaktion simplify Garten |
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Sommerblumen unter die Haube bringen
 Zahlreiche sommerblühende Pflanzen auf der Terrasse und in Gefäßen, beispielsweise Pelargonien (= Geranien), Fuchsien, Oleander, Heliotrop, Lantanen, Engelstrompeten oder Fleißige Lieschen lassen sich leicht aus Stecklingen ziehen. Jetzt können Sie sich langsam Gedanken über deren Vermehrung machen. Bis etwa Ende Mitte Juli ist Zeit. Dann haben die jungen Pflanzen ausreichend Zeit, sich zu etablieren. Wenn Sie Ihre Pflanzen später vermehren wollen, empfehle ich dies in einem Gewächshaus zu machen, um schlechtem Herbstwetter etwas vorbeugen zu können.
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simplify Tipp: Robuster Sonnenanbeter
Der Rosmarin gehört zur Familie der Lippenblütler und wird in Kulturen
angebaut. Er bildet einen holzigen Strauch, der 50 bis 150 Zentimeter hoch
werden kann. Rosmarin braucht einen sonnigen Standort. Der Boden sollte mager,
trocken sowie kalkhaltig und locker sein. Im Kübel gezogen kommt Rosmarin mit
normaler Topfpflanzenerde und einer Dränageschicht aus Kies, oder Tonscherben
am Topfboden gut zurecht.
Seine Blätter sind immergrüne ledrige Nadeln, an der
Oberseite glatt und dunkelgrün, an der Unterseite hingegen filzig und grau. In
den Blattachseln erscheinen im März und April die zartblau-violette kleinen Blüten. Seinen Namen verdankt
Rosmarin dem lateinischen Namen ros marinus = »Meertau«, der wahrscheinlich auf
seine Blüten zurückgeht.
Ernten Sie nach Bedarf Triebspitzen oder junge Seitentriebe.
Zum Trocknen bündeln Sie während der Blüte ganze Zweige.
Die meisten Rosmarine sind nicht frostfest, nur einige neue
Züchtungen wie "Arp", "Hill Hardy" oder "Veitshöchheim" überleben den Winter
im Freien unter einem Schutz aus Tannenreisig.
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Wie kann ich Pflanzen stärken?

Eigentlich ist das ja Ehrensache, Verblühtes von den Pflanzen abzuschneiden. Jede Pflanze bildet Blüten zur Vermehrung aus, um nach der Bestäubung durch Insekten Samenstände und Früchte auszubilden. Direkt nach dem Verblühen legt eine Pflanze mit diesem Programm los, und investiert viel Kraft darin. Im Ziergarten ist das allerdings nur in Ausnahmefällen erwünscht. Mehr dazu erfahren Sie hier.
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simplify Tipp: Gehaltvoll und schmackhaft
Salbei zeichnet sich aus durch eine Vielzahl von
Inhaltsstoffen aus. Neben ätherischen Ölen wie Thujon, Campher und Cineol sind
dies auch Gerbstoffe, darunter die Rosmarinsäure, Bitterstoffe (u. a. Salvin),
Flavonoide, Glykoside und Triterpene. Viele dieser Inhaltsstoffe sind auch in
anderen Kräutern vorhanden, beim Salbei findet sich alles in einem Kraut.
Für den Küchengebrauch werden frische Blätter bevorzugt, die
das ganze Jahr über gepflückt werden können. Salbei passt zu Fleisch, Suppen aber auch zu Aal.
Für die Hausapotheke müssen Sie die Blätter vor der Blüte
ernten und an einem luftigen und schattigen Ort zum Trocknen auslegen, ideal
sind Tabletts oder größere Lagen aus Papier. Während der Schwangerschaft und
Stillzeit sollten Sie Salbei nicht verwenden, da er die Milchbildung hemmt.
Salbei wirkt beruhigend, antiseptisch, entzündungs- und schweißhemmend. Er
reinigt das Blut, lindert die Beschwerden bei allen Erkrankungen der Atemwege
sowie bei Magen- und Darmentzündungen, Erkältungen, Hals- und Hautentzündungen
und Hämorrhoiden.
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