Wer immer denselben Kleidungsstil trägt, legt sich auch nach
außen auf eine bestimmte Rolle fest. Wenn Sie in Ihrer Arbeit, im Freundeskreis
oder in der Nachbarschaft mit neuen Augen gesehen werden wollen, machen Sie
dies durch ein verändertes Äußeres sichtbar.
Mein Tipp: Gehen Sie für den nächsten
Klamottenkauf in ein neues Geschäft. Nehmen Sie eine andere Begleitung mit als
sonst, probieren Sie etwas Ungewohntes an. Sehen Sie Ihren Kleiderschrank
durch: Welche Kleidung steht für eine abgeschlossene Lebensphase? Trennen Sie sich
davon, etwa vom Schlabberlook der Zeit mit kleinen Kindern.
Kleidungswechsel – Rollenwechsel
Jeder Mensch wechselt mehrmals am Tag seine Rolle: Herr A.
ist im Büro Angestellter, in der Mittagspause Einkäufer, am Feierabend
Familienvater, danach Konzertbesucher, und nachts wird er zum Geliebten.
Unterstützen Sie Ihre (all)täglichen Rollenwechsel durch einen
Kleidungswechsel.
Mein Tipp: Reservieren Sie bestimmte
Stücke Ihres Kleiderschranks für bestimmte Anlässe. Vor allem, wenn Sie in
Ihren verschiedenen Rollen immer denselben Alltags-Look tragen. Tragen Sie
nicht alle Ihre Krawatten oder Tücher im Büro, sondern behalten Sie einige
feierlichen Angelegenheiten vor. Lassen Sie Ihren Partner ein Stück auswählen,
das ihm/ihr an Ihnen gefällt – und tragen Sie es von jetzt an exklusiv in
Gegenwart des anderen. Bald werden Sie merken: Die andere Kleidung stimmt Sie
innerlich auf Ihre jeweilige Rolle ein.
Bleiben Sie flexibel
Das Leben teilt uns immer wieder neue, ungewohnte Rollen zu:
Ein Karriereangebot macht aus dem Mitarbeiter einen Chef, ein gebrochenes Bein
zwingt uns in die Rolle eines Hilfsbedürftigen, Kinder machen ein Paar zu
Eltern und dessen Eltern zu Großeltern. Die beste Vorbereitung dafür: Halten
Sie sich innerlich und äußerlich beweglich, indem Sie neue Aufgaben übernehmen
und alte anders wahrnehmen.
Mein Tipp: Übernehmen Sie – in der
Arbeit, beim Ehrenamt, in der Familie – nicht nur Rollen, die Sie gewöhnt sind,
sondern auch welche, bei denen Sie etwas dazulernen müssen. Auch Ihr Körper
kann zur Flexibilität beitragen: Übernehmen Sie mit der linken Hand die
Aufgaben der rechten und umgekehrt.
Empathie-Training
Wer sich auf neue Rollen einlässt, wird einfühlsamer für
andere. Dabei helfen auch gedankliche Rollenspiele.
Mein Tipp: Lesen Sie ein Buch, das
Ihnen gefiel, nach einer Weile noch einmal. Versetzen Sie sich dabei in eine
andere Person als die Hauptfigur hinein. Lesen Sie mit Ihrem Partner laut
Dialoge und tauschen Sie hinterher die Rollen (besonders amüsant mit den
Ehedialogen von Loriot).
* Meinrad Dufner: Rollenwechsel. Vier-Türme- Verlag, Münsterschwarzach 2004