Fußboden befreien
Wenn ein Zimmer chaotisch wirkt, dann vor allem durch die
auf dem Boden stehenden und herumliegenden Sachen. Deshalb muss jede
Aufräumaktion damit beginnen, das Parkett oder den Teppichboden vollständig
freizubekommen – ohne Ausnahmen. Selbst wenn danach Sofa, Stühle und Tische
voller Zeug sind: Sobald Sie wieder an alle Orte des Zimmers gelangen können,
stellt sich eine tief greifende Erleichterung ein, die Sie zum weiteren
Entrümpeln beflügeln wird. In Abstellräumen lässt sich schnell Ordnung
schaffen, indem Sie großzügig Wandhaken anbringen und so viel wie irgend
möglich aufhängen.
Anfangsblockade überwinden
Ganz typisch: Zu Beginn einer Aufräumaktion möchten die
Betroffenen am liebsten kein einziges Stück wegwerfen. Sobald aber ein Helfer
zum Loslassen ermuntert, geht es nach den ersten 3 Sachen wie von selbst: Der
alte Sammeltrieb schlägt um in einen Wegwerf-Rausch. Als Helfer kommen dabei
vor allem Menschen infrage, die einem eher fern stehen. Der Ehepartner oder
andere enge Verwandte sind chancenlos. Also: Lassen Sie sich helfen!
Ganz oder gar nicht
Dazu gibt es einfach keine Alternative: Wollen Sie einen
Kleiderschrank aufräumen, muss alles raus. Um eine Schublade zu ordnen, muss
sie komplett leer sein. Dann werden der Schrank, die Schublade etc. geputzt,
und zwar gründlichst, bis in die hintersten Ecken. Schlimme Flecken,
Kleberreste und andere Schrecklichkeiten mit Schaber, Benzin und ähnlichen
Radikalmethoden entfernen. Fachbretter mit neuem, möglichst hellem
Schrankpapier überziehen. In dunklen Behältern ist es viel schwerer, Ordnung zu
halten!
Sammeltricks durchschauen
Jeder entwickelt Ausreden, um unbrauchbare Dinge aufzuheben:
Unmögliche Kleidungsstücke sind angeblich noch „für den Fasching“, „als
Malerklamotten“ oder „zum Reiten“ zu gebrauchen. Aber seien Sie ehrlich: 1
alter Pulli und 1 durchlöcherte Hose reichen als Heimwerker-Outfit.
Aufhebe-Ausreden können bizarre Formen annehmen: Manche sammeln, weil sie aus
dem Müll Kunstobjekte basteln wollen, weil die Sachen in der afrikanischen
Partnergemeinde gebraucht werden oder weil Sie Angst haben, der Schenker der
hässlichen Vase könnte einmal zu Besuch kommen. Nehmen Sie als Faustregel: Wenn
Sie innerhalb der letzten 6 Monate keine Kunst gebaut und kein Afrikapaket
geschickt haben, ist alles nur eine Selbsttäuschung – Sie dürfen sich guten Gewissens
von dem Plunder befreien.
Zeit gewinnen
Alte Zeitungen, Zeitschriften und auch alte Bücher nehmen
nicht nur Platz weg, sondern besetzen auch wertvollen Raum in Ihrem inneren
Zeitbudget. Rechnen Sie so: Um eine 1 cm dicke Zeitschrift zu lesen, brauchen
Sie im Durchschnitt 3 Stunden. Mit dem Wegwerfen eines 1 m hohen
Stapels gewinnen Sie über 1 Monat Zeit! Ähnliches gilt für ungehörte CDs,
Briefmarkenalben ohne Sammler, Bastelsachen ohne Bastler oder altes Spielzeug
ohne Kinder.