22. Februar 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute möchte ich Ihnen muda vorstellen – das ist das japanische Wort für Verschwendung. Es bezeichnet alle Vorgänge in einem Betrieb oder einem Haushalt, die keinen unmittelbaren Wertzuwachs erzeugen. Der Forscher Wallace J. Hopp definiert es als „jede menschliche Aktivität, die Ressourcen verbraucht, aber keinen Wert erzeugt“.

Das Aufspüren und Eliminieren von muda nach japanischem Vorbild (Vorreiter war dabei die Firma Toyota) hat seit Mitte der 1980er-Jahre in Betrieben auf der ganzen Welt die Produktivität enorm gesteigert. Heute will ich Ihnen ein paar grundlegende Dinge zur Verschwendung verraten, morgen wird es dann konkret und Sie erfahren, wie Sie im Büro oder zu Hause mit weniger muda auskommen können.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

 


Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich aufgeräumt

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Weniger muda – das Aufräumgeheimnis aus Japan
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Wenn eine Arbeiterin in einer Fabrik zwei Metallteile zusammennietet, bringt sie das Produkt der Fertigstellung einen Schritt näher. Das ist Wertschöpfung. Wenn sie die beiden Teile aus dem 30 m entfernten Zwischenlager holt, ist das muda. Lägen diese Stücke neben ihr oder würden sie auf einer simplen Rutsche zu der Arbeiterin kommen, ergäbe das im Lauf eines Arbeitsmonats erhebliche Einsparungen. Untersucht man Betriebe auf solche unproduktiven Vorgänge, kommt man zu erstaunlichen Werten. 90 % muda sind in einem Unternehmen nichts Ungewöhnliches: Verwaltung, Meetings, Kantinenessen, Pausen, Transportwege, Leerlauf, Fehler, Ausschuss. 

Geht es überhaupt ohne Verschwendung? Nein. Etwas Leerlauf ist normal, Arbeitspausen sind notwendig, muda ist lebenswichtig. Eine Firma ohne muda wäre eine unmenschliche Horrorvorstellung. Aber die Rechnung ist frappierend: Wenn es gelingt, in einem Unternehmen oder einem Haushalt den muda-Anteil von 90 auf 80 % zu senken, hätte sich dadurch die Produktivität verdoppelt (von 10 auf 20 %). Für die Arbeitenden dagegen ist es kaum spürbar, ob ihre unproduktive muda-Zeit 80 oder 90 % ausmacht.

Außerdem: Muda (wie etwa der ständige überflüssige Gang ins Lager) wird selten als Erholung empfunden, sondern als zusätzliche Arbeit. Wenn es gelingt, die Produktivität entscheidend zu steigern, gewinnen die Arbeitenden Zeit für wirklich gesunde und froh machende Entspannung. Unternehmen, die den Kampf gegen muda erfolgreich geführt haben, sind häufig an integrierten Fitness-Studios, einladenden Cafeterias und vielen anderen menschenfreundlichen Details zu erkennen.

Muda aufspüren in der Praxis
Wenn Sie erst einmal den Blick für muda gewonnen haben, werden Sie auf Schritt und Tritt um sich herum Beispiele für solche Verschwendung menschlicher Energie entdecken. Entscheidend für den Erfolg ist jedoch, dass nicht nur ein Einzelner Verbesserungsvorschläge macht und durchsetzt, sondern dass alle gemeinsam das Thema muda kennen, erkennen und etwas dagegen tun. Die klassischen 7 Arten von muda sind Überproduktion, Wartezeit, überflüssiger Transport, ungünstiger Herstellungsprozess, zu große Lagerhaltung, unnötige Bewegungen und die Herstellung fehlerhafter Produkte.

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