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Liebe Leserin, lieber Leser, fast
jeder kennt das Gefühl der Eifersucht, doch die wenigsten Menschen können zu
diesem als unerwünscht geltenden Gefühl stehen. Mein Rat: Verdrängen Sie Ihre
Eifersucht nicht. Sehen Sie sie als Hinweis auf Ihre verborgenen Wünsche, und
nutzen Sie sie als Motivation, etwas für deren Erfüllung zu tun.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Umlenken!
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Ihre
Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich aufgeräumt |
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| Was Sie aus Ihrer Eifersucht lernen können |
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Blicken Sie in den Spiegel Ihrer Seele Ihre Partnerin scherzt mit einer Urlaubsbekanntschaft und
wirkt dabei so ausgelassen wie schon lange nicht mehr? Ihre gute Bekannte hat
einige Leute zum Sektfrühstück eingeladen, Sie aber nicht? „Ein bisschen
Eifersucht belebt das Geschäft“, sagt dazu der Volksmund. In der Tat kann
Eifersucht – in maßvoller Dosis – anspornend wirken. Tipp: Betrachten Sie Ihr Gefühl
als Botschafter Ihrer innersten Wünsche. Zum Beispiel, dass Sie gern mal wieder
unbeschwert mit Ihrer Partnerin lachen oder zum „engeren Kreis“ Ihrer Bekannten
gehören würden. Überlegen Sie, wie Sie Ihrem Ziel näherkommen könnten.
Überprüfen Sie Ihre Interpretation Wenn die Eifersucht ernsthaft an Ihnen nagt, sind meist
Negativ-Vermutungen und Selbstzweifel im Spiel, etwa: „Klar, dass mein Kollege
lieber mit Herrn Supermeier essen geht – der ist einfach interessanter als
ich.“ Dabei ist das nur eine Erklärung von vielen möglichen. Legen Sie Ihre
durch Selbstzweifel gefärbte Brille ab, und überlegen Sie sich, was noch
dahinterstecken könnte. Tipp: Werden Sie selbst initiativ:
„Haben Sie auch schon Hunger? Lassen Sie uns doch zusammen essen gehen!“ Falls
Ihre Negativ-Vermutungen Sie bremsen, geben Sie sich selbst eine kleine
Ermutigung, z. B. indem Sie einen Blick auf das Foto eines geliebten Menschen
im Schlüsselanhänger werfen. An Verbindendes denken Wer eifersüchtig ist, hat Angst um die Bindung zu einem
Menschen, der ihm nahesteht. Das können Partnerin bzw. Partner sein, aber auch
Kinder, Freunde oder Bekannte. Fragen Sie sich daher, wenn die Eifersucht Sie
packt: Was macht die Bindung zwischen ihr/ihm und Ihnen so besonders? Rufen Sie
sich Situationen ins Gedächtnis, die Sie zusammen gemeistert haben, Werte, die
Sie teilen, oder Augenblicke inniger Zuneigung. Danach stellen Sie sich eine 2. Frage: Gefährdet das, was
gerade passiert, diese Bindung? Hier variieren persönliche Einstellungen oft
sehr. Während der eine es für inakzeptabel hält, dass seine Partnerin mit einem
Freund ausgeht, gönnt der andere ihr gleich einen ganzen Urlaub mit ihm. Tipp: Machen Sie einander in
Herzensdingen keine Vorschriften. Aber sprechen Sie darüber, was Sie verletzt,
und schließen Sie wenn nötig Kompromisse. Zeigen Sie Ihrem Partner Ihren Wunsch
nach Nähe, indem Sie die Initiative ergreifen, z. B. mit einem Kompliment oder
einer Einladung. Falls dennoch Katastrophenfantasien vor Ihrem inneren Auge
ablaufen, sagen Sie innerlich oder laut „STOPP“. Rufen Sie sich Bilder von
Situationen ins Gedächtnis, in denen Sie sich miteinander wohlgefühlt haben.
Das Leben ist im Fluss Bindungen verändern sich. Das gilt für Familien wie für
Freundes- oder Kollegenkreise. Beispiel: Da war die Tochter jahrelang Mamakind,
und auf einmal ist es der Vater, dem sie ihr Herz ausschüttet. Vielleicht, weil
das Mädchen übt, sich abzugrenzen, oder der Vater nun öfter zu Hause ist. Tipp: Gönnen Sie allen
Beteiligten die Erfahrungen mit der geänderten Rollenverteilung – es wird
bestimmt nicht die letzte sein. Sehen Sie auch die Vorteile der Situation: Wenn
sich Ihr Kind (ein Kollege, ein befreundetes Paar etc.) derzeit mehr auf andere
orientiert, gewinnen Sie mehr Freiräume. Und die Anregungen, die sich Ihr Kind
anderswo holt, können auch Ihrer Beziehung guttun.
Zum Weiterlesen: Rolf Merkle, Eifersucht.
Woher sie kommt und wie wir sie überwinden können. Pal-Verlag, Mannheim 2003
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