26. Februar 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

fast jeder kennt das Gefühl der Eifersucht, doch die wenigsten Menschen können zu diesem als unerwünscht geltenden Gefühl stehen. Mein Rat: Verdrängen Sie Ihre Eifersucht nicht. Sehen Sie sie als Hinweis auf Ihre verborgenen Wünsche, und nutzen Sie sie als Motivation, etwas für deren Erfüllung zu tun.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Umlenken!


Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich aufgeräumt

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Was Sie aus Ihrer Eifersucht lernen können
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Blicken Sie in den Spiegel Ihrer Seele
Ihre Partnerin scherzt mit einer Urlaubsbekanntschaft und wirkt dabei so ausgelassen wie schon lange nicht mehr? Ihre gute Bekannte hat einige Leute zum Sektfrühstück eingeladen, Sie aber nicht? „Ein bisschen Eifersucht belebt das Geschäft“, sagt dazu der Volksmund. In der Tat kann Eifersucht – in maßvoller Dosis – anspornend wirken.
Tipp: Betrachten Sie Ihr Gefühl als Botschafter Ihrer innersten Wünsche. Zum Beispiel, dass Sie gern mal wieder unbeschwert mit Ihrer Partnerin lachen oder zum „engeren Kreis“ Ihrer Bekannten gehören würden. Überlegen Sie, wie Sie Ihrem Ziel näherkommen könnten.

Überprüfen Sie Ihre Interpretation
Wenn die Eifersucht ernsthaft an Ihnen nagt, sind meist Negativ-Vermutungen und Selbstzweifel im Spiel, etwa: „Klar, dass mein Kollege lieber mit Herrn Supermeier essen geht – der ist einfach interessanter als ich.“ Dabei ist das nur eine Erklärung von vielen möglichen. Legen Sie Ihre durch Selbstzweifel gefärbte Brille ab, und überlegen Sie sich, was noch dahinterstecken könnte.
Tipp: Werden Sie selbst initiativ: „Haben Sie auch schon Hunger? Lassen Sie uns doch zusammen essen gehen!“ Falls Ihre Negativ-Vermutungen Sie bremsen, geben Sie sich selbst eine kleine Ermutigung, z. B. indem Sie einen Blick auf das Foto eines geliebten Menschen im Schlüsselanhänger werfen.

An Verbindendes denken
Wer eifersüchtig ist, hat Angst um die Bindung zu einem Menschen, der ihm nahesteht. Das können Partnerin bzw. Partner sein, aber auch Kinder, Freunde oder Bekannte. Fragen Sie sich daher, wenn die Eifersucht Sie packt: Was macht die Bindung zwischen ihr/ihm und Ihnen so besonders? Rufen Sie sich Situationen ins Gedächtnis, die Sie zusammen gemeistert haben, Werte, die Sie teilen, oder Augenblicke inniger Zuneigung. Danach stellen Sie sich eine 2. Frage: Gefährdet das, was gerade passiert, diese Bindung? Hier variieren persönliche Einstellungen oft sehr. Während der eine es für inakzeptabel hält, dass seine Partnerin mit einem Freund ausgeht, gönnt der andere ihr gleich einen ganzen Urlaub mit ihm.
Tipp:
Machen Sie einander in Herzensdingen keine Vorschriften. Aber sprechen Sie darüber, was Sie verletzt, und schließen Sie wenn nötig Kompromisse. Zeigen Sie Ihrem Partner Ihren Wunsch nach Nähe, indem Sie die Initiative ergreifen, z. B. mit einem Kompliment oder einer Einladung. Falls dennoch Katastrophenfantasien vor Ihrem inneren Auge ablaufen, sagen Sie innerlich oder laut „STOPP“. Rufen Sie sich Bilder von Situationen ins Gedächtnis, in denen Sie sich miteinander wohlgefühlt haben.

Das Leben ist im Fluss
Bindungen verändern sich. Das gilt für Familien wie für Freundes- oder Kollegenkreise. Beispiel: Da war die Tochter jahrelang Mamakind, und auf einmal ist es der Vater, dem sie ihr Herz ausschüttet. Vielleicht, weil das Mädchen übt, sich abzugrenzen, oder der Vater nun öfter zu Hause ist.
Tipp: Gönnen Sie allen Beteiligten die Erfahrungen mit der geänderten Rollenverteilung – es wird bestimmt nicht die letzte sein. Sehen Sie auch die Vorteile der Situation: Wenn sich Ihr Kind (ein Kollege, ein befreundetes Paar etc.) derzeit mehr auf andere orientiert, gewinnen Sie mehr Freiräume. Und die Anregungen, die sich Ihr Kind anderswo holt, können auch Ihrer Beziehung guttun.

Zum Weiterlesen: Rolf Merkle, Eifersucht. Woher sie kommt und wie wir sie überwinden können. Pal-Verlag, Mannheim 2003

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