Das Entrümpeln wird sehr einfach, wenn
Sie sich dabei an das Prinzip der „systematischen Müllabfuhr“ (nach dem
Schweizer Unternehmensberater Prof. Dr. Fredmund Malik) und an die folgende
Kernfrage halten: „Was von all dem, was wir heute tun, würden wir nicht mehr
neu beginnen, wenn wir es nicht schon täten?“
Im Bild des Frühjahrsputzes heißt
das: Stauben Sie nicht einfach die vorhandenen Gegenstände ab, sondern fragen
Sie sich, ob Sie diese Gegenstände wirklich haben möchten. Stellen Sie fest, was Sie
ab jetzt nicht mehr tun wollen: Werfen Sie rigoros Ballast ab, verschlanken,
entrümpeln Sie, wo immer es Ihnen möglich und sinnvoll erscheint!
Nehmen Sie z.B. Ihre
Aufgaben und Projekte (privat und beruflich) kritisch unter die Lupe:
- Welche Ihrer
Aufgaben bringen Sie Ihren wichtigen Zielen näher?
- Haben Sie diesen
Aufgaben die Priorität eingeräumt, die ihnen zusteht? Wird das sichtbar (z. B.
an der Zeitmenge und -qualität!)?
- Welche Ihrer
Aufgaben erledigen Sie nur aus reiner Gewohnheit? Was lässt sich streichen,
delegieren oder vereinfachen?
- Welche Vorgänge
sind überflüssig?
- Welche Vorgänge
sind umständlich und sollten durch Vereinfachung beschleunigt werden?
- Was findet nur
deshalb statt oder wird nur deshalb auf eine bestimmte Weise getan, weil es
„schon immer“ so war und so gehandhabt wurde?
Stellen Sie auch
Ihre Hobbys und ehrenamtlichen Aktivitäten auf den Prüfstand:
- Macht Ihnen alles
noch Spaß? Wobei spüren Sie offen (oder auch insgeheim) Unlust und lästige
Verpflichtungsgefühle?
- Was bringen Ihnen
diese Dinge konkret für Ihre Lebensführung und -ziele?
Hinterfragen Sie auch
Ihren Besitzstand kritisch, wie es der kanadische
Unternehmensberater Harold L. Taylor anregt: „Menschen, die 10 Schals, 5 Paar
Handschuhe und haufenweise schlecht kombinierbare Kleidung besitzen – deren
Auswahl und Pflege zudem Zeit und Geld kosten –, laufen meist auch beruflich
Gefahr, sich zu verzetteln.“ Niemand, so Taylor, käme auf die Idee, all das
gleichzeitig zu kaufen: „Trotzdem schleppen viele es mit sich herum.“
Die 3
Eckpfeiler der „systematischen Müllabfuhr“
Natürlich können
Sie nicht in einer einmaligen Aktion Ihr Leben verändern und Ihre Zukunft
steuern. Wichtig ist deshalb, dass Sie als Daueraufgabe systematisch und
kontinuierlich an Verschlankungen arbeiten.
1. Zeitpunkt: Beginnen
Sie jetzt gleich! Reservieren Sie sich – je nach Umfang der zu verschlankenden
Aktivitäten – mehrere Stunden oder Tage für Analysen und Lösungsfindungen.
2. Systematik: Wichtig
ist, dass Sie alle Lebens- oder Arbeitsbereiche systematisch darauf hin
abklopfen, wo sich Ballast angesammelt hat. Das systematische Vorgehen
garantiert Ihnen dabei, dass Ihr Blick nicht an offensichtlichen Brennpunkten
hängen bleibt, sondern sich auch auf unscheinbare Ecken richtet, wo
Gewohnheiten ein ungestörtes Dasein fristen.
3. Kontinuität: Machen
Sie die Verschlankungs-Strategie zu einer dauerhaften Aufgabe – mit einer
einmaligen Aktion ist es nicht getan! Am besten legen Sie deshalb 1- oder 2-mal
jährlich einen festen Prüftermin als regelmäßigen „Entschlackungs-TÜV“ fest.