Finden
Sie einen positiven Einstieg
„Wir
müssen reden.“ Dieser Spielfilm-Einstieg ist denkbar schlecht, um eine gute Unterhaltung
zu beginnen. Ein als Verhör oder Vorwurf begonnenes Gespräch wird selten
konstruktiv. Starten Sie mit einem Gegenstand oder Ereignis, das der andere
mag. Wenn Sie als Mann mit Ihrer Frau über ihre zu hohen Ausgaben für Garderobe
sprechen möchten, kaufen Sie ihr etwas, das Sie sich gewünscht hat. Wenn Sie
als Frau mit Ihrem Mann über seine zu häufigen beruflichen Abendtermine reden
wollen, tun Sie es nach einem gemeinsamen Kino- oder Restaurantbesuch.
Tanken
Sie vorher auf
Vor
allem Zuhören ist anstrengender, als viele denken. Beugen Sie tiefer Müdigkeit
und Kommunikations-Unlust vor, indem Sie Gespräche ausgeruht beginnen. Wenn Ihr
Partner am Abend mit Ihnen sprechen möchte, dürfen Sie sich vorher eine Pause
wünschen, um Ihre Zuhör-Energietanks aufzuladen. Das geht am besten bei einem
Spaziergang allein, beim Musikhören oder stillen Lesen. Aber vereinbaren Sie
vorab eine Uhrzeit, zu der Sie zum Reden und Zuhören bereit sind. Sonst wird
Ihr Wunsch nach Stille aufgefasst als „Ich will nicht mit dir reden“.
Geben
Sie Zuhör-Garantie
Je
heikler ein Thema ist, umso empfindlicher wird ein Mensch. Er braucht nicht nur
das Gefühl, dass der andere zuhört. Sondern auch die Gewissheit, dass er nicht
beurteilt oder gar verurteilt wird. Eine gute „Kuschelhaltung“ erleichtert das.
Setzen Sie sich für knifflige Gespräche aufs Sofa, zünden Sie eine Kerze an,
sehen Sie in die gleiche Richtung und berühren oder umarmen Sie sich. So wird
auch ohne Worte klar: Was immer du sagst, ich bin bei dir. Was immer dich bewegt,
es trennt mich nicht von dir.
Geben
Sie Zuhör-Signale
Der
Sozialforscher Larry Barker hat eine
eigenartige Fähigkeit des Menschen entdeckt: Wenn Sie so tun, als ob Sie zuhörten, werden Sie bald ein ehrlich guter Zuhörer. Sehen Sie Ihren Partner oft an (ohne ihn
anzustarren), nicken Sie häufig, geben Sie zustimmende Brummgeräusche von sich,
lächeln Sie ermunternd, wechseln Sie Körperhaltung und Gesichtsausdruck – Ihre
tatsächliche Aufmerksamkeit und Sympathie für den anderen werden dadurch
wachsen. Lassen Sie sich keinesfalls ablenken, indem Sie woanders hinsehen oder
auf Geräusche von außen zu sehr reagieren.
Schalten
Sie Unterbrechungen aus
Barker hat auch herausgefunden, dass
Zwischenfragen, Bemerkungen oder auch nur kleine Korrekturen („Das war nicht
1990, sondern 1991“) Gespräche dauerhaft sabotieren können. Wenn der andere
nach Worten sucht, lassen Sie ihn suchen. Wenn er schweigt, halten Sie die
Stille aus. Ertragen Sie unrichtige Details oder Ihrer Meinung nach falsche
Urteile. Wiederholen Sie dagegen ab und zu, was der andere gesagt hat.
Glauben
Sie an Wunder
US-Bestsellerautor
John Gray gibt einer Ehe oder
Partnerschaft nur eine Chance, wenn beide an „praktische Wunder“ glauben.
Glückliche Paare sind Träumer und Fantasten. Sie sind überzeugt, dass die
eisernen Regeln der Statistik oder der Sozialforscher für sie nicht gelten. Leben Sie, als ob all Ihre
Wünsche eines Tages erfüllt werden können. Entwickeln Sie farbige Fantasien
darüber, dass Sie auch die grässlichsten Eigenschaften Ihres Partners eines
Tages zutiefst verstehen und ihn dafür lieben könnten. Denn das Wunder der
Partnerschaft wird nicht darin bestehen, dass sich der andere ändert, sondern
darin, dass Sie sich verwandeln.