10. März 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie gern zu einem verlockenden Sonderangebot ja sagen, zugänglich sind für verführerische Werbung oder zu Hause eine Menge Gratisgeschenke und Schnäppchen horten – dann sind Sie ein Krempelopfer. Beide Geschlechter sind gleichermaßen davon betroffen: Männer sind anfällig für elektronisches Spielzeug, Frauen für nette Dekorationen. „Ich bin doch nicht blöd“ – solche Sprüche suggerieren, es sei klug, auf alle Angebote einzugehen. Wir beobachten jedoch eher das Gegenteil: Wirklich clever ist, wer aktiv auswählt, was von all dem Zeugs er in seine vier Wände lässt und was nicht. Hier einige Tipps, wie Sie mit leichtem Gepäck durchs Leben kommen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Um-krempeln!


Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich aufgeräumt

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Krempelopfer haben nicht nur eine schlechte Abwehr gegenüber Kaufimpulsen, sondern werden auch zu Hause von der Furcht bestimmt, zu ihren vielen Dingen bloß nicht nein zu sagen. Das gilt für unbenutzte Geschenke wie für Erbstücke, die ihnen ins Haus gespült wurden. Wenn sie sich von etwas trennen sollen, seufzen Krempelopfer: „Ich kann nicht.“ Dahinter steckt die Angst, dass das Sonderangebot eine überflüssige Ausgabe gewesen sein könnte, das Laufband eine Fehlinvestition oder dass es falsch war, Omas alte Sachen bei sich aufzunehmen. Um nicht schlecht vor sich selbst dazustehen, bleiben die Dinge, wo sie sind. Damit aber haben Sie Ihre Fehler weiterhin vor Augen – und das tut weh.

Der Satz „Ich kann nicht“ ist ein Eingeständnis Ihrer Entscheidungsschwäche. Ersetzen Sie ihn durch den Satz „Ich entscheide mich dafür, es nicht zu tun“. Damit kehren Sie zurück ins Land der Handlungsfähigen. Trainieren Sie Ihre Nein-Kraft zuerst an kleinen Dingen: „Ich entscheide mich dafür, mich jetzt sofort davon zu trennen.“ Damit demonstrieren Sie Ihrem Unterbewusstsein, dass Sie in der Lage sind, eine Wahl zu treffen. Irgendwann ist Ihr Selbstbewusstsein so sehr gestiegen, dass Sie sich auch in wichtigen Fragen entschieden abgrenzen können.

Tricksen Sie außerdem Ihren Ja-Reflex gegenüber nutzlosen Sachen aus. Wenn Sie wieder einmal meinen, sich von einer Sache nicht trennen zu können, fragen Sie sich laut: „Könnte ich dieses Stück sofort weggeben, wenn ich wüsste, dass damit ein Leben gerettet wird?“ Können Sie diese Frage bejahen, dann trennen Sie sich getrost davon. Das Leben, das Sie retten, ist Ihr eigenes! Sie gewinnen Lebenszeit und Raum in Ihrer Seele, die Ihnen der Besitz von zu viel Krempel bisher geraubt hat.


5 Fragezeichen, mit denen Sie neue Maßstäbe setzen

Steigern Sie Ihre Abwehrkraft mit folgenden Fragen:

1. Wer möchte mich hier wie beeinflussen? Rücken Sie ab von allen Letzte-Chance-Angeboten und allen drängenden Versuchen, Sie zum Kauf oder zur Annahme zu überreden.

2. Gefällt mir das auch nächstes Jahr noch? Legen Sie Distanz zwischen sich und das lockende Angebot, räumlich und zeitlich. Ziehen Sie sich für 10 Minuten zurück, gehen Sie in ein anderes Stockwerk im Kaufhaus, oder legen Sie das Telefon auf und versprechen Sie, zurückzurufen. Fragen Sie sich dabei, welche Eigenschaften ein Angebot haben muss, damit Sie es annehmen. Akzeptieren Sie keine schlechtere Note als „sehr gut“.

3. Ginge es mir schlechter, wenn ich von diesem Angebot nie erfahren hätte? Was gewinnen Sie, dass sich Preis, Pflege und Aufbewahrung dieses Gegenstandes wirklich lohnen? Was lassen Sie stattdessen zu Hause los?

4. Stehe ich voll und ganz hinter dieser Entscheidung? Sagen Sie sich: Ich entscheide mich hier bewusst gegen zu viel Krempel. Vergrößern Sie Ihre Souveränität, indem Sie sich daran erinnern, wie oft Sie mit einem Nein eine sehr gute Entscheidung getroffen haben.

5. Hilft mir dieses Ding wirklich bei meiner persönlichen Entfaltung? Sagen Sie „Nein, danke“, wenn der Krempel bei Ihnen anklopft. Rechnen Sie es sich sofort als persönlichen Verdienst an, als konsequente, selbstbewusste Person die bestmögliche Wahl gegen unnötigen Ballast getroffen zu haben.

Zum Weiterlesen: Harriet Schechter, Entrümpeln Sie Ihr Leben! mvg Verlag, München 2002

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Damit ist jetzt Schluss!
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