Grün: totale Ordnung
„Condition green“ bedeutet: Alle Systeme
arbeiten einwandfrei. Alles ist an seinem Platz. Im „grünen Zustand“ befinden
sich Schreibtische in der Möbelwerbung, wenn Sie ein neues Büro beziehen oder
nachdem Sie eine radikale Aufräumaktion gestartet haben: blitzblank, mit
Telefon, einem PC samt Tastatur, einem Foto im Silberrahmen und vielleicht
einer Schale mit Stiften. Ansonsten leer, höchstens ein klitzekleiner Stapel
ordentlicher Papiere säuberlich am Rand der Arbeitsfläche.
Ein dermaßen
leerer Schreibtisch wirkt wie das Deck eines Flugzeugträgers, auf dem ja auch
nichts herumstehen darf, wenn die Düsenjäger landen sollen. Es ist heilsam,
wenn Sie wenigstens einmal pro Woche diese Flugzeugträgeratmosphäre auf Ihrer
Arbeitsfläche herstellen.
Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz am Abend in den
„grünen“ Zustand bringen, verschaffen Sie sich am nächsten Morgen einen
Motivationsschub. Das ist besonders heilsam in Stressphasen!
Muss ein
Schreibtisch wirklich immer so aussehen? Trösten Sie sich: So ein Schreibtisch
wartet nur darauf, in den nächsten Zustand übergehen zu dürfen.
Gelb: in Betrieb
„Condition yellow“ bedeutet: Aktion! Der
normale Zustand auf einem Flugzeugträgerdeck oder einer Arbeitsfläche ist
Leben. Da steht eine Tasse mit Kaffee oder Tee, frisch hereingekommene Post,
ein Stapel mit Unerledigtem, ein aufgeschlagener Kalender und immer irgendetwas,
das hier eigentlich nicht hingehört. Ideal wäre es, wenn dort nur eine einzige
Aufgabe läge. Ein bewährter Tipp: Stellen Sie hinter sich eine Ablage mit der
Aufschrift „auf dem Schreibtisch“. Dort hinein kommen die Sachen, an denen Sie
gerade nicht arbeiten. Wenn Sie sie vor sich liegen lassen, werden Sie vom
Anblick des noch-nicht-Erledigten demotiviert. Damit sie nicht in Vergessenheit
geraten, sollten sie in Ihrem Zeitplanbuch oder in einer Aktivitätenliste
notiert werden.
In der Praxis
aber kommt natürlich bei der einen einzigen Aufgabe immer etwas dazwischen.
Versuchen Sie, das in heiterer Gelassenheit als normal hinzunehmen, und
versteifen Sie sich nicht auf einen unerreichbaren Idealzustand. Vermeiden Sie
jedoch, dass Ihre Arbeitsfläche in den nächsten Zustand übergeht.
Rot: Alarm!
„Condition red“ ist „der
Verteidigungsfall“. Es wird ernst. Zahlreiche Stapel türmen sich am Rand,
mehrere Schichten lagern sich auf der Arbeitsfläche ab, alle horizontalen
Flächen außerhalb des Schreibtischs sind belegt. Wichtige Unterlagen
verschwinden, als ob sie rückstandslos verdampft wären und tauchen erst Wochen
später wieder auf.
Flugzeugträger
und Schreibtische sind eigentlich dafür gebaut. „Kondition rot“ lässt sich im
richtigen Büroalltag nicht verhindern. Aber sie darf nicht zum Dauerzustand
werden. Die wichtigste Regel: Nach der ersten Angriffswelle, wenn die
wichtigsten Termine gerade noch erreicht und die entscheidenden Maßnahmen
erledigt wurden – dann sollte kurzfristig Ihr Schreibtisch selbst die oberste
Priorität erhalten.
Zwischenstop!
Sie müssen dafür sorgen, dass alle Ihre
Ablage- und Ordnungssysteme wieder reibungslos funktionieren, sonst sind Sie
beim nächsten Ansturm des wirklichen Lebens verloren! Also: Alle Systeme stop!
Alle Mann ausschwärmen zum Putzkommando! „Leertischler“ ruhen
nicht, bis ihre Arbeitsfläche wieder den Zustand „grün“ erreicht hat;
„Volltischler“ sind auch schon mit der „gelben“ Kondition zufrieden. Den entscheidenden
Wechsel zwischen „condition yellow“ und „condition red“ kennen aber alle.
Wenn Sie die Aufräumaktion
nach dem Zustand „red“ versäumen, gewöhnen Sie sich womöglich an das Chaos,
halten es für unvermeidlich und schicksalshaft. Ihre Arbeit löst sich auf, Ihre
Ziele entgleiten Ihnen.
Ersticken Sie das im Keim! Behalten Sie
die Kontrolle. Lassen Sie sich nicht vom Chaos beherrschen!