Werte sind große Schätze, die Ihr
Leben reich machen. Aber nur, wenn
- Sie sich über Ihre Werteprioritäten im
Klaren sind – anders als Frau A., der Zuverlässigkeit wichtiger ist als
Unabhängigkeit;
- Sie nicht nach den Werten anderer
leben, sondern nach Ihren eigenen – anders als Frau B., in deren Kindheit
Sparsamkeit oberstes Gebot war;
- Sie Ihre Werte ausdrücklich nennen –
anders als Herr C., der im Vorstellungsgespräch das Thema Budgetverantwortung
gar nicht angesprochen hat.
Was steht in Ihrem Leben auf Ihrer
Werteskala ganz oben? Mit den folgenden 2 Übungen finden Sie Ihre verborgenen
Schätze heraus:
1. Die Mangel-Übung
Spielen Sie in Gedanken Situationen
durch, in denen Sie sich beschränken müssen:
Beschränkte Zeit. Sie haben nur noch 9
Monate zu leben. Was tun Sie als Erstes?
Beschränktes Geld. Ihnen stehen nur
noch 70 % Ihres Einkommens zur Verfügung. Worauf werden Sie keinesfalls
verzichten?
Beschränkte Kontakte. Sie leben im
Ausland und können bei einem Besuch daheim maximal 10 Personen treffen. Wen?
Beschränkte Dinge. Ihre Wohnung
brennt. Welche 5 Dinge nehmen Sie mit? Was hat sich für Sie als das Wichtigste
und Kostbarste erwiesen? Ihr Lebenswerk, Ihre Familie, soziale Gerechtigkeit,
Freundschaften?
Mit dieser Übung haben Sie Ihre
Top-Werte herausgefunden. Bringen Sie sie im Alltag mehr zur Geltung.
2. Die Überfluss-Übung
Stellen Sie sich das Gegenteil vor:
Sie haben mehr Zeit und Geld. Wofür nutzen Sie neuen Möglichkeiten? Das sind
oft Fingerzeige auf Werte, zu denen Sie sich erst hinentwickeln („Wenn ich mehr
Zeit hätte, würde ich öfter in die Kirche gehen, mich für Behinderte
engagieren, mehr für meine Fortbildung tun ...).
Ihr Werte-Tagebuch für den Alltag
Wenn ihre Werte verletzt werden,
reagieren Menschen besonders heftig – auch wenn es nur um vermeintliche
Kleinigkeiten geht. Schreiben Sie sich 1 Monat lang auf, in welchen Situationen
Sie wütend oder traurig werden und weshalb. Beispiel: Ihre Teenager-Tochter
kommt eine Viertelstunde nach Beginn des Abendessens nach Hause und wird von
Ihnen mit einem Donnerwetter empfangen. Warum? Weil Ihnen Pünktlichkeit sehr
wichtig ist? Weil Sie Gehorsam erwarten? Oder weil Sie zum Abendessen gerne die
ganze Familie versammelt sehen?
Tipp: Um klarer zu sehen, um welchen
Wert es Ihnen geht, verändern Sie die Situation in Gedanken. Wären Sie genauso
wütend, wenn die Tochter nachts zu spät gekommen wäre? Wenn Ihr Mann/Ihre Frau
zu spät gekommen wäre? Wenn sich das Abendessen ohnehin verschoben hätte?
Suchen Sie sich Wertevorbilder
Wie Kinder können auch Erwachsene am
Vorbild lernen. Wer imponiert Ihnen? Das können Menschen aus Ihrer Umgebung,
Personen des öffentlichen Lebens, historische Persönlichkeiten (Mahatma Gandhi
oder Dietrich Bonhoeffer) oder fiktive Figuren sein. Was beeindruckt Sie
besonders? Wie können Sie diese Werte in Ihr eigenes Leben integrieren?
Klare Worte – klare Werte
Wenn Politiker verschiedener Parteien
von Werten (z. B. Gerechtigkeit) sprechen, verbinden sie meist ganz
Unterschiedliches damit. Daher halten sie ihre Reden oft absichtlich vage.
Tipp: Machen Sie’s anders.
Konkretisieren Sie in einem Bewerbungsgespräch, was den gesuchten „flexiblen“
Mitarbeiter ausmacht. Fragen Sie als Bewerber nach, wie Sie die Stellenanzeige
verstehen sollen. Am besten geht das anhand von Beispielen: „Flexibel heißt,
dass wir Sie auch kurzfristig zu einem Kunden ins Ausland schicken können.“
Sprechen Sie in der Familie über das
Thema Ehrlichkeit, mit Ihren Nachbarn über Ordnung, mit Ihrer Freundin/Ihrem
Freund über Loyalität. Auf diese Weise erkennen Sie frühzeitig, ob Sie sich nur
über eine Worthülse oder tatsächlich in der Sache einig sind.