Every possession is a responsibility, lautet ein kluger Satz,
also: Jedes unserer Besitztümer stellt eine Verantwortung dar. Jeder Gegenstand
in unserem Leben verlangt uns in stärkerem oder geringerem Maße Gedanken,
Energie Pflege und Zeit ab, und je mehr Gegenstände wir besitzen, umso weniger
Energie bleibt uns für alles Übrige – für Freunde, Hobbys, Kreativität. Und so
fühlen wir uns angesichts der Objektfülle nicht glücklich und reich, sondern
angestrengt und bedrückt. Das heißt nicht, dass Sie alles weggeben müssen. Das
heißt nur, dass Sie sich befreit fühlen werden, wenn Sie um sich herum nur
Dinge aufbewahren, von denen Sie wissen, warum Sie sie haben – und wofür. Wenn
dies Dinge sind, die Ihnen dienen – nicht andersherum. Kurz: Wenn Ihnen ein
Gegenstand keinen Gegenwert bietet – indem er nützlich oder schön ist –, nimmt
er Ihnen nur Platz und Energie weg. Trennen Sie sich davon.
In diesem Sinne bedeutet „Aufräumen“ nichts anderes, als die
Kontrolle zu übernehmen. Wenn Sie klare Entscheidungen treffen, was Sie
behalten und was Sie entsorgen möchten, und das Verbliebene geordnet
aufbewahren, übernehmen Sie die Kontrolle über die Gegenstände in Ihrem Leben.
Das fällt uns oft leichter in den sichtbaren Räumen, weil wir die mit den Augen
der anderen betrachten – und die Energie reicht dann nicht mehr für die dunklen
Abstellorte, für Keller, Speicher, Garage, Abstell- und Besenkammer oder jenen
Wandschrank, in dem seit Jahren all das landet, was keiner mehr wirklich
braucht.
Packen Sie’s an, nehmen Sie sich einen kräftigen
Scheinwerfer, und bringen Sie Licht ins Dunkel: Eine erster Schritt ist der Rundgang mit Umzugs-Blick und To-do-Liste:
Legen Sie sich per Hand oder am Computer eine einfache
To-do-Liste an: Eine Spalte trägt die Überschrift „Das will ich verändern“,
eine Spalte heißt „erledigt“. Dann starten Sie mit Ihrem Rundgang. Fragen Sie
sich in diesem Fall: Angenommen, Sie müssten in eine kleinere Wohnung umziehen:
Was wollten Sie unbedingt mitnehmen? Der Gedanke an den Umzug (selbst wenn es
keine kleinere Wohnung wäre) ist deshalb so hilfreich, weil er die eingangs erwähnte
Verantwortung wirklich spürbar macht.
Stellen Sie sich das doch einmal ganz
konkret vor: Denken Sie an ein paar Gegenstände, die in der Tiefe eines Flur-
oder Kellerregals oder in einer Kiste in der Garage unbehelligt vor sich
hinschlummern. Umzug bedeutet: Diese
Gegenstände müssen Sie hervorholen („Ach herrje, da ist ja auch noch die alte
...“), eventuell reinigen, dann transportsicher umhüllen und in eine Kiste
legen. Die Kiste muss beschriftet werden („Was schreib ich jetzt da drauf?“).
In der neuen Wohnung müssen Sie die Gegenstände dann aus dem Karton und aus
ihrer Umhüllung holen und einen neuen Platz dafür finden – kostbaren, sauberen,
neuen Raum. Lohnt sich das? Wenn nicht: Tragen Sie es in die Liste ein und
erledigen Sie es!