24. März 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie haben große, wichtige Ziele. Aber immer kommen höchst profane Alltäglichkeiten dazwischen, bis Sie die großen Ziele eines Tages enttäuscht abhaken: „Das wird ja doch nichts mehr.“ Solche unerfüllten Träume hinterlassen ein Loch in der Seele, das nie ganz verheilt. Der amerikanische Management-Berater Al Secunda hat die Lebensgeschichten und Arbeitsgewohnheiten erfolgreicher Männer und Frauen erforscht und ist zu einem verblüffenden Ergebnis gekommen:

Um ein großes Ziel zu erreichen, genügt es, wenn Sie sich am Beginn des Tages mindestens 15 Sekunden voll und ganz diesem Ziel widmen.

Neugierig? Dann lade ich Sie zum Weiterlesen ein!


Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich aufgeräumt

PS: Sie sind Marathonläufer und wollen noch besser werden? Dann lesen Sie hier weiter ...

Wie Sie riesige Aufgaben geschickt angehen
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15 Sekunden sind psychologisch gesehen ein sehr kurzer Zeitraum. Aber es ist der typische Zeitraum, in dem unser Bewusstsein sich mit dem Unterbewusstsein abstimmt und Entscheidungen trifft. Wenn dieser Anfang gemacht ist, werden Sie im weiteren Tagesverlauf immer wieder auf weitere 15-Sekunden-Entscheidungen stoßen – Weichenstellungen, die Ihnen ohne die Prioritätensetzung am Morgen gar nicht bewusst geworden wären.

Beispiel 1: Abnehmen
Das Ziel, weniger und gesünder zu essen, lässt sich in eine große Zahl kleiner Entscheidungen aufteilen: Beim Frühstück nach der ersten Semmel aufhören. Die Butter unter der Marmelade weglassen. Sich beim Mittagessen nur wenig auf den Teller laden. Nicht ein zweites Mal nachholen. Keine Zwischenmahlzeit einnehmen. Beim Stückchen Kuchen nein sagen. Das Abendessen weglassen. Nach 20 Uhr keine Chips essen. Jede dieser Entscheidungen dauert um die 15 Sekunden. Innerhalb dieses Zeitraums muss Ihr Bewusstsein Ihr Unterbewusstsein überzeugen.

Die entscheidende Weichenstellung geschieht am Beginn des Tages. Konzentrieren Sie sich, solange noch kein Essen in der Nähe ist, 15 Sekunden lang ausschließlich und mit aller inneren Kraft auf das Ziel „Abnehmen“. Dabei wird in Ihrem Kopf der Schalter umgelegt: Heute wird bei sämtlichen 15-Sekunden-Entweder-Oders zu Gunsten des Programms „Abnehmen: ja“ entschieden.

Beispiel 2: Mehr Geld verdienen
Werden Sie sich zunächst vollkommen klar darüber, ob Sie diesem Ziel wirklich und mit gutem Gewissen die oberste Priorität einräumen. Sammeln Sie alle Argumente, die Ihre Seele dagegen auffahren könnte: Dass das eine höhere Belastung für Sie bedeuten könnte, mehr Verantwortung, mehr Risiko, weniger Freizeit. Widerlegen Sie eines nach dem anderen, und wenn Sie sich ganz sicher sind, finden Sie ein paar Sätze, die Sie in Ihrem allmorgendlichen 15-Sekunden-Programm zu sich sprechen können.

Durch den umgelegten „15-Sekunden-Schalter“ trimmen Sie sich darauf, Entscheidungssituationen wahrzunehmen: eine schwierige Aufgabe annehmen, die Sie vielleicht weiter bringt; einen Menschen treffen, der vielleicht Ihr Vorbild wird; eine Fortbildung besuchen; vom Neid zum Nachmachen finden.  

15-Sekunden-Geheimnis 1: Unterscheiden Sie zwischen Tat und Tätigkeit
Taten befreien, Tätigkeiten versklaven. Stellen Sie sich eine Ratte in einem Käfig mit Laufrad vor. In der Mitte des Käfigs befindet sich ein roter Knopf, der die Tür des Käfigs öffnet. Da das Ziel der Ratte die Freiheit ist, wird sie unverzüglich den roten Knopf betätigen und sich nicht mit Herumrennen im Laufrad beschäftigen. Das Drücken des befreienden Knopfes ist eine Tat, das Laufen im Rad eine Tätigkeit. Eine Tat führt zu einem Ziel, eine Tätigkeit bleibt ohne Folgen.

15-Sekunden-Geheimnis 2: Schreiten Sie zur Tat
Überlisten Sie Ihre Trägheit. Schalten Sie den 15-Sekunden-Prozess „Mache ich doch lieber erst morgen“ aus, indem Sie in Ihrem Kalender und auf Ihren To-do-Listen nicht Oberbegriffe aufschreiben, sondern Ihre konkrete Tat:

  • Statt „Brief an Dr. Wagner schreiben“ notieren Sie den ersten Satz: „Lieber Herr Dr. Wagner, meine Unzufriedenheit mit Ihrer Bank hat einen Punkt erreicht ... “
  • Statt „Petra anrufen“: 0228/7766553, Petra.
  • Statt „Tisch reservieren“: 0221/353546, 12.8., 19.00, 4 Personen.
  • Statt „Einkaufen!!“: Senf, Ketchup, Margarine, Salat, Tomaten.
  • Statt „Michael Bücherkisten vorbeibringen“: Sauermann, Pilatistraße 17, 4. Stock, 2 Bücherkisten

Noch besser: Führen Sie die Tat aus – bevor Sie sie irgendwo niederschreiben müssen.  

15-Sekunden-Geheimnis 3: Vergnügen hat Priorität
Bei den vielen unbewussten Entscheidungen während eines Tages siegt meist der „breite Weg“, die bequeme Lösung, die mehr Spaß macht. Am Ende des Tages aber merken wir, dass wir dadurch keineswegs fröhlicher geworden sind. Im Gegenteil, Zufriedenheit und Freude kommen viel eher nach einem anstrengenden Tag auf. Nehmen Sie während einer 15-Sekunden-Entscheidung diesen Weg Ihrer persönlichen Zufriedenheit vorweg – und entscheiden Sie sich dann für das wahre Vergnügen: das, das Sie nicht nur am Abend, sondern auch noch am nächsten Tag glücklich lächeln lässt.

Führen Sie Ihre Tat dann so aus:

  • Entspannt (nicht verkrampft)
  • Mit Energie (nicht mit Gewalt)
  • Zentriert (blenden Sie andere wichtige Dinge aus)
  • Vertrauensvoll (ohne Selbstzweifel; glauben Sie an sich!)
Noch 1-mal Aufräumen und dann nie wieder!
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