Dieses Zitat stammt
aus einem Gedicht von Wilhelm Busch:
Sage nie, „Dann
soll’s geschehen“,
Öffne dir ein Hinterpförtchen
Durch „Vielleicht“, das nette Wörtchen,
Oder sag: „Ich will mal sehen!“
Denk an des
Geschickes Walten.
Wie die Schiffer auf den Plänen
Ihrer Fahrten stets erwähnen:
„Wind und Wetter vorbehalten!“
Die zweite Strophe
begleitet in unserer Familie jede Verabredung. Von klein auf erinnert sie mich
daran, dass das Wetter wechseln kann und – alles andere auch.
Gelassen bleiben
Was ist, wenn es
Ostern nicht warm und sonnig ist, sondern stürmt und schneit? Dann werden Sie
eben nicht draußen frühstücken, kein Picknick und auch keine Paddeltour machen.
Sie werden im Schnee spazieren gehen oder sich zu Hause einigeln.
Stellt die
Wechselhaftigkeit des Wetters die Freizeitplanung auf den Kopf, so fällt uns in
der Regel schnell ein Ersatzprogramm ein.
Was aber sagen
Landwirte oder Skihotelbesitzer zum Wetter? Oder Leute, die schon mal von
Überschwemmungen heimgesucht wurden? Und: Wie steht’s mit unserer Gelassenheit,
wenn nicht das Wetter, sondern anderes Unvorhergesehenes unsere Pläne
durchkreuzt? Lassen Sie sich davon weder im Vorfeld noch dann, wenn so ein Fall
eintritt, verrückt machen:
- Machen Sie unbeirrbar
Ihre Pläne. Das werde ich morgen tun, das Ostern und jenes im Oktober. Gehen
Sie bei der Planung einfach davon aus, dass die Dinge dann so eintreten werden,
wie Sie es planen.
- Verplanen Sie
niemals Ihre ganzen Ressourcen. Stellen Sie stets materielle sowie zeitliche
bzw. personelle Reserven zurück. Wer fährt schon 70 Kilometer auf Reservetank,
lässt sich dann von einer geschlossenen Tankstelle und zusätzlich von einem
Stau überraschen und hat zwei Stunden später einen Termin?
- Machen Sie darüber hinaus keine Notfallpläne. Denn
jegliches „Was ist, wenn ...?“ ist reine Zeitverschwendung, solange Sie nicht
konkreten Anlass haben, Ihren Plan zu ändern: Sie wissen ja nicht, in welche
Richtung Sie vorsorglich etwas veranlassen können. Erst wenn Sie das wissen,
ist es Zeit für „Plan B“. Außerdem ist dieses Vorsorgen in alle Richtungen, das
unsere Katastrophenfantasie uns eingibt, kräftezehrend, nervtötend,
schlafraubend, kurz: ungesund.
- Schauen Sie
gelassen den Ereignissen entgegen. Es kommt so, wie Sie annahmen. Oder es kommt
anders. Finden Sie sich damit ab, dass niemand „des Geschickes Walten“ vorhersagen
kann. Verlassen Sie sich einfach darauf: Sie werden damit zurechtkommen. Fällt
Ihnen das grundsätzlich oder in einer besonderen Angelegenheit schwer? Dann erinnern
Sie sich mal daran, wie Sie früher mit plötzlich veränderten Situationen
umgegangen sind. Ganz gut, oder?
Und tritt etwas
unangenehmes Unvorhergesehenes ein, dann betrachten Sie das nicht als Desaster:
„Was tue ich jetzt bloß?“ Sie müssen nur einen neuen Plan entwerfen oder eine
neue Lösung suchen. Das ist doch ganz alltäglich für Sie. Legen Sie ganz
gelassen los.
Kurzum: Sie können Ereignisse nicht besser vorhersehen als das morgige
Wetter. Aber: Ganz gelassen Ihren Weg gehen – das können Sie immer!