Kleidungsandenken
Sammelobjekte: nicht mehr getragene
Kleidungsstücke. Der Pullover, den Sie beim 1. Date anhatten, die viel benutzte
Trekkinghose, das flotte Jackett aus einer schlankeren Phase. Ganz zu schweigen
von den alten Kleidungsstücken der Kinder (der süße Strampelanzug, das Einschulungskleid).
Loslass-Motivation: Glückliche
Erinnerungen rufen diese Stücke nur hervor, wenn Sie sie sehen, aber nicht,
wenn sie im hintersten Winkel des Kleiderschranks oder in einer Kellerkiste ein
Schattendasein fristen.
Tipp: Bieten Sie noch gute
Kleidungsstücke jemandem an, der in Ihrer Nähe wohnt und den Sie mögen. Die
Kleidungsstücke wirken schon deutlich getragen oder unmodern? Lassen Sie die
Stoffe zu einem Erinnerungsquilt (Kissen, Decke) verarbeiten. So finden Sie
viele Erinnerungen in einem schönen und zugleich praktischen Stück vereint.
Viele Quilterinnen übernehmen Auftragsarbeiten. Jemanden in Ihrer Nähe finden
Sie am besten über einen Laden für Quilterinnen oder per Google („quilten“ +
Ihre Stadt).
Informationen
Sammelobjekte: alte Zeitungen, Zeitschriften,
Broschüren etc. Gerade bei sehr interessierten Menschen füllen sich damit
Regale, Abstellecken, ja ganze Zimmer. Loslass-Motivation:
Es dauert etwa 4 Stunden, um eine 1 cm dicke Zeitschrift durchzulesen. Wenn Sie
einen 50-cm-Stapel bedruckten Papiers entsorgen, gewinnen Sie damit 1 Monat
Zeit.
Tipp: Spendieren Sie das Papier Ihrer
Papiermülltonne. Achtung: Wenn Sie die einzelnen Zeitschriften vorher noch
einmal in die Hand nehmen, laufen Sie Gefahr, hängen zu bleiben. Bewahren Sie
daher ab sofort alles Gedruckte, das Sie lesen müssen, separat auf. Den übrigen
Lektürestapel können Sie bei Bedarf ungelesen entsorgen.
Geerbtes
Sammelobjekte: was Sie bei einer Wohnungsauflösung
aus Pietät zu sich genommen haben, obwohl Sie es unpraktisch oder hässlich
finden. Loslass-Motivation: Je
stärker solche Erbstücke Ihr Wohlgefühl beeinträchtigen (z. B. der dunkle
Schrank, der Ihr Schlafzimmer erdrückt), desto negativer werden Ihre
Erinnerungen an die Verstorbenen.
Tipp: Heben Sie von den reinen
Pietätsstücken nur eines auf, und geben Sie den Rest weg. Wählen Sie etwas, das
Sie mit der/dem Verstorbenen verbindet, etwa die Kuchenplatte, die immer für
Sie gefüllt war, wenn Sie zu Besuch kamen.
Nützliches
Sammelobjekte: Schreibutensilien, Briefumschläge,
Versandtaschen & Co. „kann man immer brauchen“ – und auch überall im Haus.
Diese Gebrauchsgegenstände ähneln Eichhörnchenvorräten: Sie sind oft über
mehrere Zimmer verteilt und im Ernstfall unauffindbar. Loslass-Motivation: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die
tatsächliche Menge Ihrer „Vorräte“, und kalkulieren Sie, wie lange Sie damit
durchhalten, wenn kein Nachschub mehr kommt. So laufen Sie weniger Gefahr, zu
den Briefumschlägen im Sonderangebot zu greifen oder die beschädigte
Versandtasche „für alle Fälle“ aufzuheben.
Tipp: Bringen Sie derartige Materialien
gesammelt in einem Zentrallager unter (z. B. in einem Kellerregal oder unten im
Wohnzimmerschrank). So behalten Sie den Überblick und begrenzen den Raum, den
diese Gegenstände einnehmen dürfen. Sie bekommen viel mehr Verpackungsmaterial
ins Haus, als Sie selbst verwenden können? Bringen Sie wattierte Umschläge etc.
zu einem Flohmarkt – die meisten Amateurverkäufer sind froh über zusätzliches
Verpackungsmaterial.
Kindergeschenke
Sammelobjekte: Gemälde, die Ihr Nachwuchs Ihnen in
großer Zahl schenkt. Auch wenn Sie nicht an jedem einzelnen Bild hängen –
Geschenke wirft man doch nicht weg, oder? Loslass-Motivation:
Schließen Sie die Augen, und stellen Sie sich den Papierberg vor, der entstehen
würde, wenn Sie in den nächsten Jahren alles aufheben würden.
Tipp: Schaffen Sie für jedes Kind einen
Wechselrahmen an, und suchen Sie gemeinsam jeden Monat ein Bild dafür aus. So
zeigen Sie Ihren Kindern Wertschätzung für die Bilder – und lassen sie selbst
bestimmen, welches das schönste ist. Am Ende des Monats kommt das Bild, mit
Namen und Datum versehen, in eine Sammelmappe. Sie dürfen die anderen
Kunstwerke trotzdem nicht wegwerfen? Besser, als es nach ein paar Wochen
heimlich zu tun: Legen Sie die Bilder in eine Sammelbox, und sehen Sie sie
gemeinsam am Jahresende wieder durch. Weil Ihre Kinder nun schon wieder besser
malen können, wird ihnen der Abschied von alten Kunstwerken leichter fallen.
Heimwerker-
und Handarbeitsprojekte
Sammelobjekte: das angefangene Strickzeug, der
Lampenschirm mit einem Riss drin, das Album mit Kinderfotos, das Sie Ihren
Eltern letzte Weihnachten schenken wollten, der Toaster, dessen Mechanik klemmt
... Loslass-Motivation: Nichts
belastet so sehr wie Arbeit, die Sie ewig vor sich herschieben. Befreien Sie
sich davon – und damit von Ihrem schlechten Gewissen!
Tipp: Geben Sie Ihren Objekten noch eine
letzte Chance. Bringen Sie sie gesammelt in einer Kiste unter. Wenn Sie Zeit
und Lust zu basteln haben, finden Sie dort eine reiche Auswahl. Kleben Sie an
jede Sache ein Haftetikett mit einem realistischen „Erledigungsdatum“ – das ist
der Zeitpunkt, zu dem Sie spätestens damit fertig sein möchten. Sie haben’s bis
dahin nicht geschafft? Nun müssen Sie handeln: wegwerfen, auf dem Flohmarkt
verkaufen, verschenken, Material anderweitig verwenden (z. B. Strickzeug
auftrennen und Wolle den Kindern zum Basteln schenken) ... Oder Sie suchen
jemanden, der die Arbeit für Sie übernimmt. Besonders belastend: unerledigte
Arbeiten für andere. Beispiel: Sie haben Ihrer Nachbarin angeboten, einen
Vorhang für sie zu nähen. Entschuldigen Sie sich dafür, dass Sie nicht dazu
gekommen sind, und geben Sie das Material oder die Sache zurück.