Ein
Perfektionist kann niemals mit einem Arbeitsergebnis zufrieden sein. Er wird
selbst an der besten Arbeit noch einen Makel finden. Die Folge ist, dass er
selbst nie mit ungetrübter Freude und mit Stolz auf ein Ergebnis zurückschauen
kann. Und deshalb wird er sich kaum mit stärkendem Erfolgsbewusstsein einer
neuer Herausforderung stellen können.
So
kann ein stark ausgeprägter Perfektionismus ein wahrer Energiesauger und
Bremser sein. Und das nicht nur für den Perfektionisten selbst. Mitmenschen,
Familienmitglieder oder Kollegen spüren diese allzu kritische Haltung selbst
dann, wenn der Perfektionist sie nicht ständig äußert. Der Elan, an Aufgaben
heranzugehen, wird durch die Annahme, dass das Ergebnis ohnehin nicht gut
genug ausfallen wird, gebremst. Und zudem greift die Angst, Fehler zu machen,
um sich.
Beherzigen
Sie, falls Sie zum Perfektionismus neigen, die folgenden Tipps:
1.
Setzen Sie selbst Ihren Standard
Machen
Sie sich, bevor Sie mit der Erledigung einer Aufgabe beginnen, das Ziel
bewusst, und planen Sie den diesem entsprechenden Aufwand ein:
- Was will ich erreichen?
- Was ist zu tun, damit ich das
erreiche?
- Wie viel Zeit veranschlage ich
dafür?
Etwas
„perfekt“ machen zu wollen, ist oft gar nicht notwendig. Und vor allem: Es ist
ein so schwammiges Ziel, dass es unerreichbar ist. Setzen Sie sich durch die
Beantwortung der 3 oben genannten Fragen jeweils den eigenen, der Aufgabe
angemessenen Qualitätsstandard.
2.
Üben Sie, zu delegieren
Menschen,
die zu Perfektionismus neigen, machen vieles lieber selbst statt zu delegieren.
Das erscheint ihnen sicherer, kostet allerdings viel Zeit.
Stellen
Sie sich, bevor Sie mit der Erledigung einer Aufgabe beginnen, diese beiden
Fragen:
- Ist die Arbeit wirklich notwendig?
- Muss ich sie wirklich selbst
machen?
Gerade,
wenn Sie meinen, etwas selbst erledigen zu müssen, weil „das sonst niemand so gut
kann“, sollten Sie einmal den anderen Weg gehen. Geben Sie die Aufgabe ab, und
zwar ohne das Wie genau vorzugeben, sondern nur, indem Sie das Ziel und den
Zeitrahmen präzise nennen. Sie werden erkennen, dass Menschen auf ganz
unterschiedliche Weise gut zum Ziel gelangen können.
3.
Üben Sie Fehler-Toleranz
Perfektionismus
entsteht oft aus der Furcht vor Fehlern, und diese produziert wiederum
Perfektionismus – unabhängig davon, was in dem individuellen Fall zuerst da
war.
Überprüfen
Sie Ihren Umgang mit Fehlern. Fällt es Ihnen schwer, einen Fehler sich selbst,
aber auch anderen gegenüber einzugestehen? – Niemand macht niemals einen
Fehler. Versuchen Sie, sich gegenüber Fehlern (eigenen wie auch den Fehlern
anderer) die Sichtweise „Aus Fehlern kann ich lernen“ anzugewöhnen. Diese
Haltung wird Sie nicht dem unerreichbaren Ziel, perfekt zu werden, näher
bringen. Aber sie ermöglicht es Ihnen, etwas besser als zuvor zu machen. Und Sie
können angstfrei drangehen, Ihre Aufgaben gut zu erledigen.
Merke: Gut ist gut genug!