7. April 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie haben eine Aufgabe abgeschlossen und schauen sich das Ergebnis noch einmal an: „Das ist noch nicht gut genug, das geht noch besser“, werden Sie, wenn Sie zum Perfektionismus neigen, befinden. Also hängen Sie noch etwas Zeit dran, feilen hier, verbessern dort. Sie betrachten das Ergebnis, entdecken wieder ein „i-Tüpfelchen“ ... Ein Ende finden Sie erst, wenn keine Zeit mehr für weitere Optimierungen bleibt oder Sie den Abgabetermin sogar schon überzogen haben.

Perfektionisten geben damit ihre eigene Planung aus der Hand. Sie lassen sich von dem Ziel leiten, alles perfekt zu machen, statt sich ein der anstehenden Aufgabe angemessenes Ziel zu setzen und dieses gut zu erfüllen. Wie viel Zeit wird auf diese Weise verschwendet! Gut ist in den allermeisten Fällen gut genug. Setzen Sie die Zeit besser für Ihre Ziele ein, wie, das erfahren Sie unten.

Viel Erfolg!


Ihre

Dunja Herrmann
Redakteurin Täglich aufgeräumt

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Schieben Sie gern Aufgaben vor sich her, und erledigen Sie sie erst „kurz vor knapp“? Neigen Sie dazu, zu hohe Erwartungen an sich zu stellen, und wollen Sie Ihre Aufgaben entsprechend möglichst perfekt erledigen? Sagen Sie, wenn Sie jemand um einen Gefallen bittet, häufig Ja, obwohl Sie eigentlich Nein meinen?

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Seien Sie zuverlässig und gewissenhaft – aber nicht perfektionistisch!
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Ein Perfektionist kann niemals mit einem Arbeitsergebnis zufrieden sein. Er wird selbst an der besten Arbeit noch einen Makel finden. Die Folge ist, dass er selbst nie mit ungetrübter Freude und mit Stolz auf ein Ergebnis zurückschauen kann. Und deshalb wird er sich kaum mit stärkendem Erfolgsbewusstsein einer neuer Herausforderung stellen können.

So kann ein stark ausgeprägter Perfektionismus ein wahrer Energiesauger und Bremser sein. Und das nicht nur für den Perfektionisten selbst. Mitmenschen, Familienmitglieder oder Kollegen spüren diese allzu kritische Haltung selbst dann, wenn der Perfektionist sie nicht ständig äußert. Der Elan, an Aufgaben heranzugehen, wird durch die Annahme, dass das Ergebnis ohnehin nicht gut genug ausfallen wird, gebremst. Und zudem greift die Angst, Fehler zu machen, um sich.

Beherzigen Sie, falls Sie zum Perfektionismus neigen, die folgenden Tipps:

1. Setzen Sie selbst Ihren Standard
Machen Sie sich, bevor Sie mit der Erledigung einer Aufgabe beginnen, das Ziel bewusst, und planen Sie den diesem entsprechenden Aufwand ein:

  • Was will ich erreichen?
  • Was ist zu tun, damit ich das erreiche?
  • Wie viel Zeit veranschlage ich dafür?

Etwas „perfekt“ machen zu wollen, ist oft gar nicht notwendig. Und vor allem: Es ist ein so schwammiges Ziel, dass es unerreichbar ist. Setzen Sie sich durch die Beantwortung der 3 oben genannten Fragen jeweils den eigenen, der Aufgabe angemessenen Qualitätsstandard.

2. Üben Sie, zu delegieren
Menschen, die zu Perfektionismus neigen, machen vieles lieber selbst statt zu delegieren. Das erscheint ihnen sicherer, kostet allerdings viel Zeit.

Stellen Sie sich, bevor Sie mit der Erledigung einer Aufgabe beginnen, diese beiden Fragen:

  • Ist die Arbeit wirklich notwendig?
  • Muss ich sie wirklich selbst machen?

Gerade, wenn Sie meinen, etwas selbst erledigen zu müssen, weil „das sonst niemand so gut kann“, sollten Sie einmal den anderen Weg gehen. Geben Sie die Aufgabe ab, und zwar ohne das Wie genau vorzugeben, sondern nur, indem Sie das Ziel und den Zeitrahmen präzise nennen. Sie werden erkennen, dass Menschen auf ganz unterschiedliche Weise gut zum Ziel gelangen können.

3. Üben Sie Fehler-Toleranz
Perfektionismus entsteht oft aus der Furcht vor Fehlern, und diese produziert wiederum Perfektionismus – unabhängig davon, was in dem individuellen Fall zuerst da war.

Überprüfen Sie Ihren Umgang mit Fehlern. Fällt es Ihnen schwer, einen Fehler sich selbst, aber auch anderen gegenüber einzugestehen? – Niemand macht niemals einen Fehler. Versuchen Sie, sich gegenüber Fehlern (eigenen wie auch den Fehlern anderer) die Sichtweise „Aus Fehlern kann ich lernen“ anzugewöhnen. Diese Haltung wird Sie nicht dem unerreichbaren Ziel, perfekt zu werden, näher bringen. Aber sie ermöglicht es Ihnen, etwas besser als zuvor zu machen. Und Sie können angstfrei drangehen, Ihre Aufgaben gut zu erledigen.

Merke: Gut ist gut genug!

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